Radevormwald: Händler zufrieden mit Weihnachtsgeschäft

Radevormwald: Händler zufrieden mit Weihnachtsgeschäft

Für die meisten Geschäfte hat sich das Weihnachtsgeschäft in den November verlagert. Die Stimmung ist optimistisch. Kritik üben die Händler am Onlinegeschäft. Sie halten mit persönlicher Beratung und individueller Betreuung dagegen.

Anke Hüllen hat das Modegeschäft Bahama Moden im Mai von Andrea Scherber übernommen und steckt momentan in ihrer ersten Weihnachtssaison als Einzelhändlerin an der Kaiserstraße. Mit vielen Accessoires, wie Taschen und Tüchern kurbelt sie das Weihnachtsgeschäft an und hat das Sortiment des Geschäfts erweitert. "Ich kann mich nicht beklagen, es läuft ganz gut", sagt sie. "Das Onlinegeschäft macht uns Einzelhändler natürlich fertig, aber wir versuchen, dagegen zu halten."

Ähnlich ist die Stimmung bei Torsten Reinbott, Geschäftsführer bei Sport Reinbott. Aus seiner Perspektive hat sich das Weihnachtsgeschäft in den vergangenen Jahren vollkommen verändert. "Das Weihnachtsgeschäft hat sich in den November verlagert, der Dezember ist deutlich ruhiger. Es wird immer alles viel früher", sagt der Einzelhändler. Aktionen wie "Black Friday" und "Cyber Monday" haben den Einzelhandel in Deutschland verändert, denn diese Aktionen werden nicht nur online angeboten. "Wir versuchen natürlich, diesen Hype mitzunehmen, aber in Großstädten und online funktioniert das besser", sagt Reinbott. Verärgert ist der Geschäftsführer über Vertriebswege, bei denen Einzelhändler am Ende stehen. "Die neuen Deutschlandtrikots sind bei den großen Konzernen schon zu kaufen, während wir die Ware erst im Januar bekommen. Das erschwert das Weihnachtsgeschäft", sagt er.

Nach einer Pressemitteilung des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen ist momentan viel Geld im Umlauf. Höhere Einkommen und eine Rekorderwerbstätigkeit beflügeln zwar das Geschäft, aber die Konkurrenz ist durch das Internet so stark wie nie. Einzelhändler müssen um jeden Kunden kämpfen. "Wir versuchen, mit persönlicher Beratung gegenzuhalten und uns durchzusetzen", sagt Torsten Reinbott.

Buchhändler, wie Karla Stawicki, freuen sich auf die letzten Wochen vor Weihnachten, denn Bücher sind immer noch ein beliebtes Geschenk. "Viele Kunden sagen, dass Weihnachten ohne ein Buch nicht vollkommen ist", sagt die Leiterin der Bergischen Buchhandlung am Schlossmacherplatz. Für den gesamten Buchhandel gilt, dass der November noch ruhig war. "Die meisten Bücher werden in letzter Minute gekauft. Beliebt sind natürlich auch Gesellschaftsspiele und Non-Buchartikel, wie Hörspiele oder kleine Accessoires, die man bei uns findet", sagt sie.

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Keine typischen Branchen für das Weihnachtsgeschäft decken Fritz Habermann mit seinem Schuhgeschäft und Torsten Schaub mit seinem Möbelgeschäft ab. Trotzdem haben beide Einzelhändler den Winter für einen stärkeren Umsatz genutzt. "Für mich war das Wetter perfekt. Im November hat es geregnet, jetzt ist es kalt, und es liegt Schnee. Das hat dem Umsatz gut getan. Normalerweise sind Schuhe kein Geschenkartikel, aber mit diesem Weihnachtsgeschäft bin ich zufrieden", sagt Habermann.

Die Kunden von Torsten Schaub ziehen Weihnachten in den Oktober. "Wer sich ein neues Sofa zu Weihnachten kaufen will, bestellt es schon im Herbst. Das haben wir dieses Jahr erfahren, und der Herbst war sensationell gut", sagt der Geschäftsführer. Auch er und sein Team halten mit persönlicher Beratung und individueller Betreuung gegen das Onlinegeschäft.

Hier finden Sie Infos zu Geschenken in letzter Minute.

Die Stimmung unter den Einzelhändlern in Radevormwald ist dieses Jahr also relativ entspannt - aber mit einem kritischen Blick auf die Onlinekonkurrenz.

(trei)