Radevormwald: Händler mit gutem Service gegen DOC

Radevormwald : Händler mit gutem Service gegen DOC

Bevor das geplante Outlet-Center in Lennep auch tatsächlich eröffnet wird, wollen die Radevormwalder Einzelhändler ihren Service verbessern und setzen auf den persönlichen Kontakt. Eine große Gefahr sehen sie durch das DOC nicht.

Das Designer-Outlet-Center (DOC) in Lennep kommt. Nachdem der politische Beschluss für die Umsetzung des Shopping-Centers bekannt wurde, setzen sich auch die Einzelhändler in Radevormwald mit dem Thema auseinander. Die meisten von ihnen sehen in dem DOC aber keine Gefahr für den Rader Einzelhandel. Das hat eine Umfrage unserer Redaktion ergeben.

"Das Konzept dieser Outlet-Center ist doch ganz anders, als das vom Einzelhandel. Wir überzeugen mit einem individuellen Sortiment und persönlicher Beratung", sagt Martina Hüweler. Die Inhaberin im Schuhhaus Lüttgenau an der Kaiserstraße will großen Filialisten mit einem guten Service entgegentreten. "Das ist unsere Stärke, und darauf vertrauen die Kunden", betont sie.

Ähnlich sieht das Andrea Scherber. Ihr Bekleidungsgeschäft Bahama Moden ist in Radevormwald eine wichtige Anlaufstelle für Damen- und Herrenbekleidung. Es lebt von Stammkunden. "Den ersten Run wird es natürlich geben, und das Geld, was im DOC ausgegeben wird, fehlt dann in Rade", bedauert sie. Vor einer langfristigen Schwächung des Einzelhandels durch das DOC hat sie allerdings keine Angst. "Die Kunden kommen zu uns und dem zuverlässigen Service zurück. Natürlich können Einzelhändler die Veränderung auch nutzen, um ihre eigenen Konzepte zu überarbeiten", meint Scherber.

Oliver Biesenbach von EP-Biesenbach findet es gut, dass die Einkaufssituation in der Umgebung vor Veränderungen steht. "Das mischt uns alle etwas auf und bringt vielleicht neue Kunden in die Stadt", sagt er.

Kritischer sieht Torsten Reinbott die Errichtung des DOC in Lennep. In seinem Sportgeschäft Intersport werden viele Marken verkauft, die auch im Outlet-Center angeboten werden. Das fordert ihn als Geschäftsmann heraus. "Wir werden unser Sortiment in den nächsten beiden Jahren umstellen. Ich rechne im ersten Jahr des DOC mit zehn Prozent weniger Umsatz - das ist für uns sehr viel", sagt Reinbott. Dass es in Outlet-Centern nur minderwertige Ware gebe, sei schon längst nicht mehr so. "Die Geschäfte bieten hochwertige Ware in gestylten Geschäften zu niedrigen Preisen an. Das betrifft uns auf jeden Fall", findet Reinbott. Er bereitet sich schon jetzt auf die Konkurrenz in der Nachbarstadt vor und überarbeitet das Profil seines Sportgeschäfts.

Marcus Strunk, selber Einzelhändler (Optiker) und Vorsitzender der Werbegemeinschaft "Rade lebt", vertritt eine geteilte Meinung zu der Diskussion um das DOC. "Die Veränderung bringt Probleme und Chancen mit sich. Wichtig ist, dass sich Radevormald auf sich selber konzentriert und weiterhin versucht, den Einzelhandel durch Aktionen und guten Service nach vorne zu bringen." An die Theorie, dass durch das DOC mehr Touristen nach Radevormwald kommen, glaubt er nicht. "Davon wird höchstens die Lenneper Altstadt profitieren. Wer ins DOC möchte, fährt anschließend nicht nach Radevormwald", meint er.

Fazit: Obwohl das DOC unter den Einzelhändlern Thema ist, bleibt die Situation momentan noch gelassen. Alle verlassen sich auf ihren persönlichen Kontakt zum Kunden und ihr individuelles Sortiment.

(trei)
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