Radevormwald: Grünen-Fraktion will Rade zur "pestizidfreien Kommune" machen

Radevormwald: Grünen-Fraktion will Rade zur "pestizidfreien Kommune" machen

Die Politiker bitten die Stadtverwaltung um Auskunft, wie viel Pflanzenschutzmittel die Kommune in den vergangenen Jahren verwendet hat.

Die Ratsmitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen haben eine Anfrage für die kommende Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung formuliert. Dabei geht es um den Einsatz von Pestiziden in Radevormwald. Die Grünen möchten wissen, in welchem Umfang glyphosathaltige Herbizide seit 2013 im Auftrag der Stadt verwendet wurden, etwa auf Grünflächen oder Sport- und Spielbereichen. Auch über den Einsatz von Insektiziden möchten die Grünen Aufschlüsse.

Hintergrund sind die Warnungen von Experten vor den Auswirkungen, die Pflanzenschutzmittel auf das Ökosystem, insbesondere Insekten wie Bienen, haben. Mit verschiedenen Aktionen versuchen Naturschutzverbände inzwischen, auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

Die Grünen-Fraktion möchte von der Verwaltung auch wissen, mit welchen Aktivitäten die Stadt auf den Erlass des Umweltministeriums reagiert, "wonach das Land grundsätzlich keine Genehmigungen mehr für die Anwendung glyphosathaltiger Herbizide auf Nichtkulturland (und damit auch öffentlichen kommunalen Flächen) erteilt". Und ob auch andere mögliche Nutzer wie Bürger- und Sportvereine, Kirchengemeinden und so fort auf diesen Erlass hingewiesen worden sind. Die Fraktion stellt klar: "Unser Ziel ist es, Radevormwald zur pestizidfreien Kommune zu machen und auf diesem Weg zumindest auf den Flächen, die dem Einfluss der Stadt unterliegen, Pestizide und andere Gifte möglichst vollständig auszuschalten."

Fraktionssprecher Klaus Luchtenberg erklärt dazu: "Wir müssen die Insektizide reduzieren. Diese Stoffe gehen über den Boden in die Pflanze, in die Blätter und den Saft." Auf diese Weise würden die Insekten vergiftet. Natürlich beklagten Landwirte, dass sie auf diese Mittel angewiesen seien. "Es werden leider von der Politik zu wenig Alternativen angeboten", kritisiert Luchtenberg.

(s-g)