Grüne in Radevormwald wollen gegen Schottergärten vorgehen

Gartengestaltung in Radevormwald : Grüne haben Schottergärten im Visier

Der Trend zu Steinvorgärten ruft zunehmend Kritiker auf den Plan. In vielen Städten wird der Ruf nach gesetzlichen Maßnahmen gegen die leblosen Flächen laut. Die Rader Grünen führen bereits Gespräche mit der Verwaltung.

„Gärten des Grauens“ werden sie von manchen genannt,  die Kies- und Schotterflächen, die sich seit einigen Jahren in vielen Städten an Stelle der grünen Vorgärten finden. Kritisiert wird nicht nur der optische Eindruck, die Gegner der Steinchen-Gärten sehen darin auch ein ökologisches Problem. Denn grüne Gärten in den Städten sind wichtig für die Artenvielfalt. In vielen Städten wollen Umweltschützer nun gegen Verschotterung der Vorgärten vorgehen. In Hagen etwa fordern die Grünen ein Verbot von Steinen, Kies, Schotter und ähnlichen Baustoffen in Vorgärten – zumindest für Gärten, die neu errichtet werden.

Auch bei der Fraktion von Bündnis 90/Grüne in Radevormwald hat man die grauen Gärten im Visier. „Wir haben bereits Gespräche mit Vertretern der Verwaltung darüber geführt, ob man künftig in Bebauungsplänen nicht festlegen kann, dass solche Gartengestaltungen nicht gestattet sind“, berichtet die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Pech-Büttner. Das so etwas durchaus möglich sei, zeige die Nachbarstadt Hückeswagen: Dort habe man im Bebauungsplan Weierbachblick festgelegt, dass Bäume gepflanzt werden sollen, je nach Grundstücksgröße ein bis zwei Exemplare. Das wurde auch so in den Kaufverträgen festgeschrieben.

Bei der Verwaltung in Rade stoße der Vorschlag der Grünen bislang auf wenig Gegenliebe, sagt Elisabeth Pech-Büttner. Argumentiert werde, man könne solche Regelungen nicht detailliert überprüfen.

Doch wie stehen andere Fraktion zu dem Vorstoß der Grünen? Dietmar Busch, Fraktionsvorsitzender der CDU, räumt ein, dass man über dieses Thema unter den Ratsmitgliedern noch nicht gesprochen habe. „Ich persönlich finde diese Gärten auch nicht besonders schön“, sagt Busch. „Allerdings bin ich ein Feind davon, alles zu reglementieren.“ Sinnvoller wäre es, an die Bürger zu appellieren. „Denn über Grün im Garten freut sich doch jeder.“

Die SPD-Fraktion hat über dieses Thema bereits diskutiert. „Derzeit beschäftigt man sich ja in vielen Städten mit dieser Sache“, sagt der Fraktionsvorsitzende Dietmar Stark. Auch in Radevormwald gebe es da eine unschöne Beispiele. Die Sozialdemokraten wollen sich unter anderem dafür einsetzen, dass im neuen Baugebiet Karthausen nicht viele neue Schottergarten entstehen.

Auch Rolf Ebbinghaus, Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste, mag die Schottergärten nicht besonders. „Ich finde sie nicht schön, und ökologisch sind sie auch nicht“, sagt er. „Ich würde mich aber damit schwer tun, sie per Rechtsverordnung einzugrenzen.“

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