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Gründächer als Beitrag zur Klimaanpassung in Radevormwald

Für mehr Klimaschutz in Radevormwald : Klimaschutzmanager will grüne Dächer

Bislang hat die Stadt Radevormwald erst vier Förderanträge bewilligt. Dabei haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass die Sommer zunehmend trocken und sehr heiß verlaufen. Die Reihe der Online-Seminare wird Mittwoch fortgesetzt.

Die Themen Klimawandel und Klimaschutz sind zwar in vielen Köpfen fest verankert, aber bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen hapert es noch deutlich. Es mag viele Menschen auch in der Bergstadt geben, die darüber nachdenken, wie sie nachhaltig etwas fürs Klima tun können, aber Klimaschutzmanager Niklas Lajewski wünscht sich noch viel mehr Bewegung. Vor allem beim Thema Dachbegrünung gibt es viel Luft nach oben. So wurden bislang erst vier Förderanträge bewilligt.

Das Land hat ein Programm aufgelegt und reagiert damit auf aktuelle Klimamodelle, die für NRW in den kommenden Jahrzehnten von einer Temperaturzunahme von 2,8 bis 4,4 Grad ausgehen. „Trotzdem sind die Radevormwalder sehr verhalten, was ich mir eigentlich nicht richtig erklären kann“, sagt Lajewski. Interesse scheint vorhanden, indes an der Umsetzung scheitert es. Die Bürokratie könne kein Hindernis sein, zumal er die Verfahren begleite und den Bürgern bei Anträgen und Abrechnungen helfe.

 Klimaschutzmanager Niklas Lajewski wünscht sich noch viel mehr grüne Dächer in der Bergstadt.
Klimaschutzmanager Niklas Lajewski wünscht sich noch viel mehr grüne Dächer in der Bergstadt. Foto: Jürgen Moll

„Die Vorteile einer Dachbegrünung liegen auf der Hand, aber die tatsächliche Investition scheint dann doch ein zu großes Hemmnis zu sein“, vermutet Lajewski. Für Interessierte, die sich über Dachbegrünung informieren möchten, bietet die Verbraucherzentrale NRW ein weiteres kostenloses Online-Seminar an. Die vergangenen Jahre hätten doch gezeigt, dass die Sommer zunehmend trocken und sehr heiß verlaufen. „Gleichzeitig erleben wir immer häufiger Unwetter mit Starkregen, der Häuser, Grundstücke und die Kanalisation belastet. Begrünung rund ums Haus kann dazu beitragen, die Auswirkungen dieser Wetterextreme abzumildern und ein spürbar besseres Klima am Haus zu erreichen“, sagt Lajewski.

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Am kommenden Mittwoch, 27. Oktober, ab 18 Uhr erläutern die Fachreferenten Katharina Koßmann und Dr. Bernd Demuth vom Projekt „Mehr Grün am Haus“ der Verbraucherzentrale NRW die Vorteile von Gründächern: Dachbegrünung als eine Möglichkeit, Häuser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Experten stellen verschiedene Arten der Dachbegrünung vor und beantworten Fragen zur Umsetzung, passenden Pflanzenauswahl sowie zu Pflege, Baukosten und rechtlichen Aspekten. Wer ein Dach begrünen will, sollte sich aber beeilen, denn über das Förderprogramm der Stadt kann nur noch bis März 2022 eine Dachbegrünung bezuschusst werden. „Die Maßnahme muss bis dahin umgesetzt und abgerechnet sein“, sagt Lajewski und verweist darauf, dass es derzeit schon drei Monate dauern könnte, bis sich ein geeigneter Dachdecker oder Garten-Landschaftsbauer findet, der die Maßnahme am eigenen Objekt zügig umsetzt.

Durch eine Änderung der Förderrichtlinie können nun aber auch die Sachkosten bei der Umsetzung in Eigenleistung gefördert werden. Vorher war nur eine gewerblich Ausführung möglich, teilt Lajewski mit.

Wichtig für potentiell Interessierte sei es, schnellstmöglich Angebote einzuholen, „denn wir als Stadt müssen dem Land nachweisen, dass der Bürger wirtschaftlich gehandelt hat“, sagt der Klimaschutzmanager. Die bisherigen vier Anträge wurden allesamt von Privatpersonen gestellt, die eine Terrasse, einen Carport, ein Flachdach und eine Garage begrünen lassen wollten. Lajewski wünscht sich generell noch mehr Garagen als Dachbegrünungsmöglichkeit. Außerdem fehlen in der Liste der Interessierten die Firmen und Unternehmen noch komplett. „Ideal ist es doch, wenn man sowieso sein Dach sanieren wollte, dann kann man es auch gleich begrünen lassen“, rät Lajewski.

Das aktuelle Landesförderprogramm sei gut, wenn auch nicht komplett ausgereift, aber der Klimaschutzmanager wünscht sich auf jeden Fall eine Fortsetzung der Förderung. Denn auch bei der Photovoltaik und bei der Solarenergie gebe es ähnliche Problem bei der Umsetzung. „Der Klimawandel beschäftigt viele Radevormwalder, aber sobald es an die eigenen Überlegungen geht, hemmt das viele“ sagt er. Dabei würden Dachbegrünungen, Photovoltaik und Solarstromerzeugung den Wert einer Immobilie deutlich steigern. Deshalb werde man im Neubaugebiet Karthausen auch darauf achten, dass bei einem geeigneten Dach eine Begrünung vorgeschrieben wird. „Wir wollen es nicht mehr dem Zufall überlassen“, sagt Lajewski.
www.mehrgruenamhaus.de/