Radevormwald: Großeinsatz an der "Kräwi"

Radevormwald : Großeinsatz an der "Kräwi"

Um nach einem Vermissten zu suchen, rückten Feuerwehr, Polizei und DLRG am Sonntag zu der Talsperre aus. Der geistig behinderte Mann blieb unversehrt. Bei Einsätzen dieser Art zählt dennoch jede Minute.

Drei Polizeiwagen, ein Löschzug samt Tauchteam mit 40 Einsatzkräften, 30 Helfer der DLRG inklusive Booten, ein Hubschrauber und ein angeforderter Hundesuchtrupp - mit diesem Aufgebot mussten Feuerwehr, Polizei und DLRG am späten Sonntagabend zu einer Rettungsaktion an die Wupper-Talsperre ausrücken. Gegen 20 Uhr wurde ein 28-jähriger geistig behinderter Mann an der Talsperre als vermisst gemeldet. Der Mann aus dem Ruhrgebiet hatte sich von einer Ausflugsgruppe entfernt, konnte nicht von den Begleitern gefunden werden. Für die Hilfskräfte bedeutet das sofort einen Großeinsatz. Denn: Die Strömungen in der Talsperre sind tückisch, das Wasser selbst ist nur wenige Grad warm, wer dort verunglückt, muss schnell gerettet werden.

Die DLRG war mit Rettungsbooten auf dem Wasser unterwegs, untersuchte mit einem Sonargerät den Untergrund und hatte Taucher an Bord. Foto: Ralf Kollmann

Schnell waren die Einsatzkräfte deshalb auch am Sonntagabend an der Wupper-Talsperre zugegen. Weil das Gewässer in die Zuständigkeit der Städte Remscheid und Radevormwald fällt, rückten jeweils Retter aus beiden Städten an. Auch der Wupperverband als Betreiber der Talsperre beteiligte sich an der Aktion. "Gerade wenn es um Kinder, ältere Menschen oder verwirrte Personen geht, sind wir sofort in höchster Alarmbereitschaft", sagt Polizeisprecherin Monika Treutler. Deshalb habe ihre Behörde auch gleich einen Hubschrauber angefordert, der die Helfer unterstützte. "Auch ein Suchhund wurde angefordert, den konnten wir aber wieder abbestellen, weil der Vermisste dann in Sicherheit war."

Tatsächlich konnte der 28-Jährige gegen 21.30 Uhr auf einer Wiese an der Talsperre aufgefunden werden. Ein Camper mit seinem Hund hatte den Mann entdeckt. Er blieb unverletzt, wurde aber dennoch vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Die Rettungskräfte sind froh, dass die Angelegenheit glimpflich ausgegangen ist. "Wenn jemand an der Talsperre vermisst wird, ist das immer eine heikle Sache", sagt Tobias Starke, der für die DLRG Oberberg den Einsatz koordinierte. An der Wupper-Talsperre gebe es für ihn und seine Kollegen jedoch gleich zwei zusätzliche Herausforderungen zu meistern: "Die Talsperre liegt am Rande unseres Einsatzgebietes. Das heißt, wir brauchen entsprechend länger dorthin - und wir sind ja ohnehin meist die Letzten, die gerufen werden, und zwar von der Feuerwehr." Wenn dann eine Person beispielsweise schon eine Stunde vermisst würde, und seit dieser Zeit im Wasser sei, seien die Überlebenschanchen äußerst gering. "Die zweite Schwierigkeit bei Einsätzen an der Wupper-Talsperre ist die Verteilung der Zuständigkeiten: Sowohl Radevormwald, als auch Remscheid sind an dieser Stelle zuständig, das heißt, bei solchen großen Einsätzen muss immer viel Koordinationsarbeit geleistet werden." Diese habe aber am Sonntagabend hervorragend funktioniert, so Starke.

Das kann auch Wilfried Fischer, Chef der Feuerwehr in Rade, bestätigen. Er war nicht für seine Wehr, sondern als stellvertretender Kreisbrandmeister am Sonntag vor Ort. "Bei Großeinsätzen wie diesen gibt es ein bestimmtes Konzept, damit die Abstimmung unter den vielen Helfern funktioniert. Und dazu gehört auch, dass ein Kreismeister dazukommt und mithilft", sagt er. Einsätze dieser Art habe die Feuerwehr in Rade bis zu dreimal im Monat zu bewältigen. Meist handele es sich dabei um große Brände oder Suchaktionen. Letztere werden sich wohl vor allem im Sommer wieder häufen - wenn die Temperatur steigt, steigt auch stets die Zahl der Badeunfälle an den Talsperren.

(lai)
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