Radevormwald: GGS Blumenstraße – das Aus!

Radevormwald: GGS Blumenstraße – das Aus!

Mit Mehrheit hat der Rat gestern beschlossen, die Einrichtung zum Ende des Schuljahres 2012/2013 aufzulösen und den Standort aufzugeben. Zuvor hatten die Politiker hitzig diskutiert und sich gegenseitig kritisiert.

Nach 80-minütiger, teils hitziger Diskussion hat der Rat gestern den Vorschlag der Verwaltung mit Mehrheit angenommen, die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Blumenstraße zum Ende des Schuljahres 2012/2013 aufzulösen und den Schulstandort aufzugeben. Begründung: stark rückläufige Geburtenzahlen (2009 nur noch 142) und immer weniger Schulanmeldungen. Die Einrichtung nimmt zum Schuljahr 2011/2012 letztmalig Kinder in die erste Klasse auf. Nach Ende des Schuljahres 2012/2013 wechseln die Klassen an die GGS Stadt. Ab 2013/2014 bleiben vier Grundschulstandorte: GGS Stadt, Katholische Grundschule (KGS) Lindenbaum, GGS Bergerhof, GGS Wupper. Sollten die Schülerzahlen auf der Brede weiter rückläufig sein oder sich personell in der Schulleitung etwas verändern, dann wird die Schule am gleichen Standort gegebenenfalls als Verbundschule mit der GGS Bergerhof geführt.

KGS auf dem Prüfstand

Die UWG hatte zuvor den Verwaltungsvorschlag um den Punkt ergänzt, dass die künftige Grundschullandschaft an den Erfordernissen der demografischen Entwicklung angepasst wird. Sollte es nötig sein, einen weiteren Schulstandort zu schließen, dann soll die KGS auf den Prüfstand.

Sozialdezernentin Ute Butz betonte erneut, eine Schließung sei aus pädagogischer und wirtschaftlicher Sicht unvermeidbar. Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Die Standortaufgabe habe keine Nachteile für die Kinder. Außerdem verfüge die Blumenstraße über das mit Abstand schlechteste Gebäude. Baudezernentin Julia Gottlieb sagte, dass das Gebäude vom Grundriss unflexibel sei und nicht den Ansprüchen eines modernen Unterrichts gerecht werde.

Klaus Haselhoff (UWG) sprach von einem dramatischen Geburtenrückgang, der sofortiges Handeln erfordere. Es gehe weiter bergab. Er lehne es ab, sich vor der Verantwortung zu drücken. Man müsse auch mal unangenehme Entscheidungen treffen. Rolf Ebbinghaus (AL) kritisierte dieses als "Kaffeesatzlesen". Dass ein verantwortlicher Politiker die Zukunft in Abrede stelle, könne nicht sein. Er fordere Sparwillen an anderer Stelle.

Dietmar Stark (SPD) zweifelte die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen an. "Aus unserer Sicht stimmen die nicht", sagte er. Es bestehe kein Grund, eine Schule zu schließen. Da sich die Schullandschaft nach der Landtagswahl mit einer SPD-Regierung ohnehin gewaltig ändere, könne man noch warten, damit die Eltern dann Planungssicherheit bekommen.

Ingrid Bartholomäus (CDU) wunderte sich, dass Stark die Zahlen nicht schon im Schulausschuss angezweifelt habe und bezeichnete dessen Vorwurf als "bösartige Unterstellung". Das sah Ute Butz ähnlich. "Ob es von ihnen pure Polemik oder falsch gelogen ist – ich bin es leid. Man muss ernsthaft mit dem Thema umgehen", sagte sie.

Bernd Rüggeberg (FDP) warf dem SPD-Fraktionsvorsitzenden vor, unsachlich zu werden und Tatsachen zu verdrehen. "Wenn die Zahlen der Verwaltung keine Zwergenschule zulassen und die Lehrerversorgung gesichert werden soll, müssen wir eine Schule schließen", sagte er.

(RP)