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Erntedankfest Önkfeld: Geschmückte Wagen ziehen durchs Dorf

Erntedankfest Önkfeld : Geschmückte Wagen ziehen durchs Dorf

In Önkfeld wurde es gestern Nachmittag richtig voll: Zum Abschluss des Erntedankfestes stand der traditionelle Umzug an. Toll geschmückte Wagen und Hunderte Menschen in Kostümen zogen durch die Straßen. Die Zuschauer waren begeistert.

Voller Elan und in bester Laune setzten sich gestern Nachmittag die Teilnehmer des 59. Önkfelder Erntedankfestzuges in Bewegung: Viele wundervoll geschmückte Wagen und Hunderte von Menschen in bunten Kostümen hatten sich auf der Weide vor der Hofschaft "Unterm Busch" eingefunden. Von dort aus ging es in feierlicher Manier mit dem Festzug durch die Gemeinde. Bevor die Abfahrt erfolgen konnte, tanzte aber, so ist es Tradition, die Kindertruppe der "Önkis" noch den traditionellen Bändertanz und huldigte ihrer neuen Erntekönigin.

Es war ein beeindruckender Anblick: Aus allen Richtungen tuckerten gemächlich die alten, schweren Trecker heran. Sie zogen großartig hergerichtete Wagen hinter sich her, die mit prächtig bunten Blumen und heimischen Ernteerzeugnissen herbstlich geschmückt waren.

Das Obermotto in diesem Jahr lautete "Der Bauer und das liebe Vieh".

Etliche Wagen kamen auf der Weide zusammen. Die weiteste Anreise hatten Zugteilnehmer aus Wuppertal-Ronsdorf sowie aus Ennepetal. Neben den Oldtimer-Traktoren, die im Zug ganze vorne mitfahren durften, reihte sich auch die Kutsche der neuen Erntekönigin Sandra Wüster in den Festzug ein. Ihre Kutsche wurde vom Pferdehof Höller gestellt und geführt.

Wilfried Fischer übernahm die Moderation beim Wettstreit der elf Kandidatinnen, die Erntekönigin werden wollten. Foto: Nico Hertgen

Jürgen Albert hatte mit seinen Helfern einen tollen Wagen mit einem kleinen Kettenkarussell hergerichtet. Unter dem Namen "Runde Tierwelt" drehten auf seinem Wagen kleine Plüschtiere heitere Runden im Kettenkarussell. Eine Karussellfahrt gab es bei ihm zum Tausch von zwei frischen Eiern.

Verschiedene Vereine, Institutionen, Gruppen sowie benachbarte Freunde und Traktorenbesitzer hatten sich ebenfalls mächtig ins Zeug gelegt und komplettierten den Zug mit ihren schönen und zum Teil auch sehr ausgefallenen Kreationen. Die Ländliche Jugend Hüra (Hückeswagen-Rade) verkleideten sich passend zu ihrem Motto "Lieber viele Mäuse auf der Bank, als im Getreidetank" als kleine Mäuschen; die Önkis, getreu ihren Namen, als Önkfelder Unken. "Önkfeld hieß früher Unkenfeld", erklärte Senior Siegfried Kleinjung, Gründungsmitglied und wohl erfahrenster Mann im Önkfelder Erntedankfestzug.

Strahlten gestern um die Wette: Erntekönigin Sandra Wüster (Mitte), Prinzessin Vivien Reinhold (r.) und Dany Bernhard. Foto: Hans Dörner

Er erinnerte sich noch gut daran, als sein Heimatdorf voller Unken, also Frösche war, und wie noch der allererste Erntedankfest-Umzug Anfang der 50er Jahre aussah: "Damals sind wir mit sechs Wagen und einer Kuh losgezogen." Heute sind Tiere beim Umzug seltener dabei, dafür die Wagen umso zahlreicher. Zusammen mit Frank Fischer, seit 19 Jahren aktiv dabei, hatte er als Zugführer erneut allerhand zu tun, um die rollenden Kunstwerke auf ihre vorgesehenen Plätze zu lotsen.

"Eigentlich haben wir heute ein optimales Wetter für den Umzug", sagte Fischer mit Blick zum bewölkten Himmel. "Wir sind schon bei jedem Wetter gefahren, sowohl bei 25 Grad als auch bei Hagel und Schnee." Es wurde klar: Die Önkfelder kann nichts bei ihrem Umzug aufhalten. Zum Glück für die vielen Zuschauer, die sich - wetterfest ausgestattet - sichtlich auf dieses Spektakel freuten.

(RP)