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Gemischte Kirchenchor Radevormwald: Evensong überwindet den Abstand

Chorkonzert in Radevormwald : Evensong überwindet den Abstand

Der Gemischte Kirchenchor lässt den zweiten Advent besinnlich ausklingen.

Es galten die aktuellen 2G-Regeln und strenge Einlasskontrollen beim Evensong in der katholischen Kirche St. Marien am Sonntagnachmittag. Doch trotz des großen Abstands, den die Kirchenbesucher als auch die Sänger des Gemischten Kirchenchors einhalten mussten, schaffte es die Musik, die Menschen zu verbinden und auf die besinnliche Weihnachtszeit einzustimmen.

Der Evensong als Gottesdienstform eignet sich in besonderer Weise dazu, um zur Ruhe zu kommen und den Tag in Gemeinschaft und im Vertrauen auf Gott ausklingen zu lassen. Geistliche Lieder aus verschiedenen Epochen vereinten sich zu einem abwechslungsreichen Konzert. Verbunden wurden die Musikstücke mit einer Lesung, einem Gebet und dem Text „Perspektivwechsel – Advent heißt Warten“ von Iris Macke, der zum Nachdenken anregte. Die Gemeinde war ebenfalls eingeladen, einige Lieder aus dem Gotteslob mitzusingen.

Den Anfang machte Chorleiter Bernhard Nick an der Orgel. Besonders schön unter den Instrumentalstücken war die Berceuse (Wiegenlied) von Hans André Stamm. Das fließende Wechselspiel zwischen Orgel und Querflöte, gespielt von Susanne Kammer, lud zum Träumen ein. Stimmlich strahlte der Chor beim a cappella gesungenen Adventslied „Tochter Zion“. Gekonnt meisterte er den Tonartwechsel beim „Hosanna Deo!“ aus der Feder des Komponisten Greg Gilpin. Unter die Haut gingen auch die Trompetentöne von Andreas Niederwipper. Nach den besinnlichen und ruhigen Stück mischte die heitere Gigue mit Trompete und E-Orgel die Stimmung in der Kirche noch einmal kräftig auf. Vielleicht nicht ganz optimal gewählt als Schlussstück eines Evensong-Konzerts.

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Die Zahl der Choristen (etwa 30) und Zuschauer (etwa 40) hielten sich die Waage. „Schade, dass nur so wenige Menschen gekommen sind. Das gibt eine ganz andere Atmosphäre“, sagte eine Kirchenbesucherin, die sich mit dem Evensong auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen wollte. Froh waren die Sängerinnen und Sänger, dass sie ihre geprobten Lieder überhaupt wieder öffentlich präsentieren durften. „Für uns ist es ein Höhepunkt“, freute sich eine der Sopranistinnen über den gelungenen Auftritt.

Auch Chorleiter Bernhard Nick war sehr zufrieden. „Seit Juni können wir wieder proben und haben bisher alle Sicherheitsstandards übertroffen“, berichtete der Regionalkantor. Auf Abstand zu proben und zu singen, ohne die Stimme des Nachbarn am Ohr zu haben, sei eine große Herausforderung. „Wir sind es aber mittlerweile gewohnt, und die Sänger sind darin sicherer geworden“, fügte Nick hinzu.

Nur etwa 30 Chormitglieder der normalerweise 50-köpfigen Gruppe gestalteten den Evensong jedoch mit viel Leidenschaft. Daran möchte der Kirchenchor auf jeden Fall festhalten. „Auch wenn wir demnächst mit Maske singen müssen – wir geben nicht auf und proben fleißig weiter“, kündigte Bernhard Nick an.