Radevormwald: Für Wupperschiene beginnt heiße Phase

Radevormwald: Für Wupperschiene beginnt heiße Phase

Die Inbetriebnahme des ersten Streckenabschnitts zwischen Beyenburg und Wuppertal-Rauental rückt näher. Der Verein Wupperschiene arbeitet an mehreren Großprojekten. Rückschlag: Die vereinseigene Lok ist defekt.

Der Förderverein Wupperschiene hat sich die komplette Restaurierung der Eisenbahnstrecke zwischen Radevormwald Wilhelmstal und Wuppertal-Rauental vorgenommen, um die Strecke für eine Museumseisenbahn nutzbar zu machen. Viele Einzelbaustellen des Mammutprojekts sind jetzt in den letzten Zügen oder bereits vergeben.

Ulrich Grotstollen, der Vorsitzende des Vereins, hat die Mitglieder am Samstag auf den neuesten Stand gebracht. Getagt wurde in einem alten Personenwagen, der in Dahlhausen geparkt ist.

Walter Zienow, Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Eisenbahn, die sich gemeinsam mit dem Verein um die Reaktivierung der Strecke kümmert, erklärte erneut die technischen Voraussetzungen für eine Inbetriebnahme. "Wir haben jetzt festgesetzt, dass wir zunächst den Abschnitt zwischen Wuppertal-Rauental und Beyenburg in Betrieb nehmen und die Strecke von da aus nach Radevormwald, irgendwann bis Wilhelmstal, verlängern", sagt Grotstollen. Er ist für diesen Plan hoffnungsvoll, weil auf diesem Streckenabschnitt bereits große Reparaturen erfolgreich durchgeführt wurden. Die Brücke Öhde, für die der Verein insgesamt 350.000 Euro an Fördermitteln erhalten hat, soll im Laufe des Jahres funktionsfähig gemacht werden. Ulrich Grotstollen schätzt die Bauarbeiten auf drei Monate und freut sich, dass der Auftrag bereits vergeben ist.

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Zweites wichtiges technisches Detail des Streckenabschnitts ist das Dauerthema "Hangrutsch", das den Förderverein seit vielen Jahren quält. Auf der Höhe der Firma Erfurt soll im März oder April mit den Erdsicherungsarbeiten angefangen werden. Vor der Inbetriebnahme des ersten Abschnitts müssen außerdem die Gleise geprüft und die Bahnübergänge gesichert werden. "Uns werden immer wieder neue Auflage um die Ohren gehauen. Wir geben alles und sind für 2018 optimistisch", sagt Grotstollen.

Ein Rückschlag ist für seinen Verein der Schaden an der vereinseigenen Lok, Baujahr 1961. Die wurde in den vergangenen Jahren aufwendig repariert und restauriert und hat bereits einige erfolgreiche Sonderfahrten auf anderen Strecken absolviert. Jetzt hat der Schatz des Vereins einen Getriebedefekt. Umschalten in den dritten Gang funktioniert nicht mehr. Der Verein bangt, ob die Versicherung den möglichen Verschleißschaden übernimmt. "Wir zittern vor der gutachterlichen Prüfung, worum es sich bei dem Schaden handelt. Eine Reparatur dieser Art kann schnell teuer werden", sagt Grotstollen. Er ist bereits auf der Suche nach neuen Sponsoren für dieses weitere, ungeplante Projekt des Fördervereins.

Erfolgreich waren allerdings die Arbeiten an der Brücke in Wuppertal Beyenburg, an der Mitglieder des Vereins im Herbst alle Schwellen ausgetauscht haben. "Wir müssen noch ein paar Nacharbeiten machen, aber die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss", sagt Grotstollen. Für den befreundeten Verein Wuppertrail bedeutet das, dass die Draisinen im März wieder ab Beyenburg Richtung Radevormwald losrollen können. Der Saisonstart steht kurz vor der Tür und Ulrich Grotstollen ist froh, dass zumindest diese Aufgabe reibungslos funktioniert. "Die Draisinen können sich auf eine gute Saison freuen", sagt er.

(RP)