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Radevormwald: Florian Reinecke hat sich in Rade eingelebt

Radevormwald : Florian Reinecke hat sich in Rade eingelebt

Seit Mai 2017 ist Florian Reinecke Pfarrvikar in der Martini-Gemeinde an der Uelfestraße. 2018 könnte er zum Pastor berufen werden. Derzeit stemmt er das Gemeindeleben allein. Er fühlt sich heimisch.

Das erste Jahr in Radevormwald ist für Florian Reinecke fast rum. Als er im vergangenen Mai in die Martini-Gemeinde an die Uelfestraße kam, wurde er durch den damaligen Pastor Johannes Dress in die Aufgaben der Gemeinde eingearbeitet und mit den Mitgliedern vertraut gemacht.

Seit Johannes Dress in den Ruhestand gegangen ist, stemmt Florian Reinecke das Gemeindeleben alleine. Er fühlt sich heimisch. "Radevormwald scheint der richtige Ort für mich zu sein. Ich bin gut angekommen und habe die Gemeinde bisher sehr gut kennengelernt", sagt Reinecke, der in Oberursel studiert hat. Mit seinem Vorgänger steht der Pfarrvikar immer noch in Kontakt. "Wir telefonieren ab und zu, um uns auszutauschen. Dabei geht es weniger um konkrete Fragen, als um einen lockeren Austausch."

Aufgefallen ist Florian Reinecke in seiner Zeit in Radevormwald, dass es in der Kleinstadt viel um Persönlichkeit und Emotionen geht. Auch die Position eines Pastors ist in der Stadt auf der Höhe emotional besetzt. "Es gibt natürlich viel, das ich innerhalb der Gemeinde ändern möchte. Es geht sehr viel um mich als Person, aber eigentlich sollten mein Handeln und meine Ziele im Vordergrund stehen", sagt Reinecke.

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Für ihn spielt es weniger eine Rolle, ob er sich in Radevormwald privat wohl fühlt, sondern, ob es der Wille Gottes ist, dass er in dieser Martini-Gemeinde arbeitet und wirkt. Das fühle sich im Moment allerdings so an.

Die Mitglieder der Martini-Gemeinde haben am 18. März bei einer Gemeindeversammlung die Möglichkeit, Florian Reinecke als neuen Pastor zu berufen. Vorher müssen Superintendent und Kirchenvorstand über die Arbeit von Florian Reinecke urteilen und ihn für das neue Amt befähigen. Nach diesen Abläufen kann Florian Reinecke die Berufung annehmen oder ablehnen. Daran, dass seine Entscheidung derzeit positiv ausfallen würde, lässt er keinen Zweifel.

Deutlich macht der Theologe aber auch, dass er in der Gemeinde nicht für einen reibungslosen Ablauf sorgen will. "Es geht nicht darum, dass sich alle pudelwohl fühlen und keinen Konflikten ausgesetzt sind. Ich will Reibung provozieren, Fragen stellen und meinen Gemeindemitgliedern immer mit offenen Ohren begegnen", sagt Reinecke. Sein Ansatz nimmt ihn als Person zurück und stellt den Glauben in den Vordergrund.

Neben der direkten Arbeit in der Kirche hat Florian Reinecke im vergangenen Jahr auch andere Aufgaben übernommen. Nach Friedel Müller ist er nun der offizielle Leiter des Senioren-Treffs geworden, der sich einmal im Monat in dem Gemeindehaus an der Uelfestraße trifft.

Das Angebot soll weiterhin bestehen bleiben, wenn auch nicht ewig unter der Leitung des Pfarrvikars. "Diese Aufgabe will ich bald wieder abgeben, wenn wir einen Nachfolger gefunden haben, der sich mit viel Engagement für die Senioren der Gemeinde einsetzt. Das ist leider nicht leicht", hat auch Florian Reinecke bereits erfahren.

Friedel Müller ist im vergangenen Jahr 80 Jahre alt geworden, und obwohl er weiterhin an dem Programm des Seniorentreffs mitarbeitet, wollte er sich seit einiger Zeit bereits aus der leitenden Position zurückziehen. "Irgendwann ist die Zeit gekommen, in der man sich zurückziehen muss", hat Friedel Müller mehrfach gesagt

Mit der möglichen Berufung von Florian Reinecke zum neuen Pfarrer und der Neuorganisation des Senioren-Treffs steht der Martini-Gemeinde eine spannende erste Jahreshälfte bevor.

(trei)