Radevormwald: Feuerwehrorchester geht auf Weltreise

Radevormwald : Feuerwehrorchester geht auf Weltreise

Das Bürgerhaus war voll besetzt, als Dirigent Thomas Klöckner und der Musikzug der Radevormwalder Feuerwehr ein abwechslungsreiches Programm präsentierten. Das Herbstkonzert bot Musik vom Feinsten. Zuhörer waren begeistert.

Die Sportfreunde im Publikum konnten sich am Samstagabend entspannt zurücklegen. Bei einer so spritzig feurigen Musik kann die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im kommenden Jahr nur gelingen. Setzen die Spieler auf dem Feld die Stücke "La Bamba", ein Arrangement von Naohiro Iwai, oder das dreisätzige "Os Passaros do Brazil" von Kees Vlak, gleich um. So könnten jedenfalls viele Tore fallen. Der Musikzug der Radevormwalder Feuerwehr gab beim Herbstkonzert sein Bestes, die deutschen Nationalspieler zum Toreschießen zu inspirieren. Die Zuhörer im voll besetzen Bürgerhaus zeigten sich von den südamerikanischen Klängen angetan, hatten sich mitreißen lassen und waren offensichtlich gut gelaunt.

"Es ist eine Wohltat, diesem Orchester zuzuhören. Wir sind ganz begeistert", sagten Heinz-Peter und Ursula Schmischke. Das Programm des Herbstkonzertes entfaltete seine ganze Pracht. Während die Natur sich eher etwas trübe zeigte, schienen die Musiker den Kampf dagegen aufnehmen zu wollen. Feurige Stücke und abwechslungsreiche Klang-Facetten bei "Märchen und Mythen" gestalteten den musikalischen Abend sehr stimmungsvoll. Mit "Absalon" von Bert Appermont und "The Mank and the Mills" eröffnete das Orchester unter Leitung von Thomas Klöckner das traditionelle Herbstkonzert. Die beiden Stücke brachten das Orchester beim Landeswertungsspiel im September an die Spitze. "Mit dem zweiten Stück konnten wir die Jury überzeugen und uns für das Bundeswertungsspiel qualifizieren", sagte Thomas Klöckner. Beide Stücke erwiesen sich als sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich. Beim entscheidenden Stück überraschten die Musiker mit begleitendem leisen Choreinsatz — ähnlich mystischer Gregorianik — aus den eigenen Reihen. Die Wiederaufnahme der Mühlenarbeit wurde von den Musikern mit Klatschen dargestellt. Dabei entstand eine ansteckende Fröhlichkeit, die sich sogleich auch auf die Zuhörer übertrug. Heftiger Applaus brachte dieses Meisterwerk von Thomas Doss ein. Vor der Pause war ein vier- sätziges Werk, ebenfalls von Bert Appermont, ein weiteres Sahnestück. Mit "Gulliver's Travels" mit dem zarten Einstieg "Lilliput" mit Piccolo-Flöte und Trommel, gefolgt von Brobdingnag, bei dem es so richtig dramatisch laut wurde, war die Neugier der Zuhörer geweckt. Beim ruhigen Pol "Laputa" erholte sich der Puls wieder, denn es waren noch die weißen Pferde "The Houyhnms", die musikalisch den Schluss des Werkes darstellten.

Im zweiten Teil ging es in 80 Tagen akustisch um den Erdball. Dazu hatte Otto M. Schwarz die Musik geschrieben. Klöckner dirigierte sein Orchester nicht nur, er moderierte humorvoll und informativ durch das Programm. Mitreißende Klänge aus der Karibik, eingebettet in der traditionellen Zugabe, brachte erneut die Herzen der Zuhörer zum Schmelzen. Ein Herbstkonzert, an das das Publikum noch lange denken wird, war geglückt. Dazu hatte auch das DRK Dahlhausen mit seiner Bewirtung beigetragen.

(sig)