Radevormwald: Feuerwehr – Treff in Mermbach

Radevormwald : Feuerwehr – Treff in Mermbach

Mit einem ausgeklügelten Alarmierungssystem und einem Treffpunkt im Industriegebiet Mermbach möchte die Feuerwehr versuchen, tagsüber schneller ausreichend Kräfte an einen Einsatzort fahren zu können.

Der Besetzung des Feuerwehrfahrzeugs mit der Drehleiter kommt für die Feuerwehren eine besondere Bedeutung zu. Das zeigte sich zuletzt, als in einem Haus in Aachen drei Kinder nicht mehr rechtzeitig gerettet werden konnten. Dazu kommt, dass binnen acht Minuten neun Kräfte am Einsatzort mit verschiedenen Aufgaben in der Personenrettung auch aus mehrstöckigen Wohn- oder Bürogebäuden beginnen können.

Erster Rettungsangriff

In der Bergstadt ist die Besetzung des Drehleitermaschinisten und weiterer Kräfte für den ersten Rettungsangriff von Bedeutung, weil sich in den Tagesstunden nicht immer eine Kraft in der Feuerwache aufhält, die die Drehleiter bedienen kann. Bisher immer gesichert ist, dass jeweils zwei bis drei Kräfte vom Betriebshof und den Stadtwerken zu den Einsatzorten fahren und die Kräfte aus den Einheiten unterstützen. Um das sicherzustellen, ist eine weitere hauptamtliche Stelle beantragt, aber vom Kreis und der Bezirksregierung abgelehnt worden. Bürgermeister Dr. Josef Korsten und Wilfried Fischer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, erläuterten gestern einen Vorschlag, wie die Schlagkraft der Feuerwehr trotzdem versuchsweise für den ersten Rettungs- und Löschangriff verbessert werden könnte.

Fischer sagt, dass es 15 bis 20 große Rettungs- und Feuereinsätze tagsüber pro Jahr gibt. Dafür soll es einen veränderten Einsatzplan geben. Für 15 bis 20 Feuerwehrleute, die im Industriegebiet Mermbach bei dortigen Unternehmen beschäftigt sind, wird ein Treffpunkt eingerichtet. "Das kann beim Betriebshof an der Dahlienstraße oder bei einem Unternehmen sein", sagte Fischer. Mit Hilfe zusätzlicher Einsatzkleidung und einem Transportfahrzeug sollen die Feuerwehrleute schneller zum Einsatzort kommen, da sie nicht mehr zu ihrem Gerätehaus fahren müssen.

Fischer erläuterte, dass nur die Kräfte alarmiert werden, deren Löschzug zum Einsatz kommt. "Wir alarmieren nicht alle 15, sondern die, in deren Einheitsgebiet die Feuerwehr angefordert ist." Die Wehrführer und Korsten wollen mit den Feuerwehrkameraden und deren Arbeitgebern sprechen und ihnen dieses neue System erläutern.

Eingespielte Teams notwendig

"Unumgänglich ist, dass die Kameraden bei Atemschutzeinsätzen aufeinander eingespielt sind", ergänzte Fischer. Zwar gebe es auch Feuerwehrkräfte aus anderen Städten, die hier arbeiten, die seien aber nicht ohne Training einsetzbar. "Es geht um Leben und Tod, da müssen sich Rettungstrupps aufeinander verlassen können", sagte Fischer.

Forciert werden soll, dass neue Mitarbeiter für Stadtwerke, Betriebshof und Verwaltung bei gleicher Qualifizierung bevorzugt werden, die bei der Feuerwehr sind.

(RP/url)
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