Ferienspaß in Radevormwald Mit dem Fernglas den wilden Tieren auf der Spur

Radevormwald · Mit den Jägern des Hegerings machten sich 20 Kinder beim Rader Ferienspaß auf die Pirsch – und wurden nicht enttäuscht. Es gab einiges zu entdecken.

 Konzentrierter Blick auf die Felder zwischen Birken und Remlingrade: Mael (11) beobachtet vom Hochsitz aus die Tiere.

Konzentrierter Blick auf die Felder zwischen Birken und Remlingrade: Mael (11) beobachtet vom Hochsitz aus die Tiere.

Foto: Theresa Demski

Mael ist mucksmäuschenstill. Der Elfjährige hält das Fernglas in den Händen, stellt die Ellbogen an der offenen Luke des Hochsitzes ab und blickt konzentriert auf den Waldrand. Das geht eine ganz Weile so. Hin und wieder reicht er Marcel Frölich das Fernglas. Der Jäger sucht dann ebenfalls den Waldrand ab und erzählt flüsternd von den Waldbewohnern.

Die Sonne geht über den weiten Feldern hinter Remlingrade langsam und farbenfroh unter, der Wind fegt über die Wiese und plötzlich nimmt Mael Haltung an. „Ein Reh“, sagt er leise, „da ist eins.“ Und dann deutet er auf den Waldrand, wo sich ein Tier aus dem Schutz der Bäume auf die Wiese traut. „Es ist ganz alleine“, stellt er fest und sucht den Waldrand ab, bevor er das Fernglas kurz an den Fachmann abgibt. Marcel Frölich vom Hegering hatte gehofft, dass sich die Rehe in der Abenddämmerung hier auf die Felder wagen. Schließlich sollen die Kinder an diesem Abend auch etwas zu sehen bekommen.

20 Jungen und Mädchen sind am Freitag zur Dämmerung jeweils mit einem der Jäger der Hegegemeinschaft (die Jagdpächter aus Radevormwald) auf die Hochsitze rund um Radevormwald geklettert. Wie in den vergangenen Jahren engagiert sich die Hegegemeinschaft mit dem Angebot für den Rader Ferienspaß. „Wir wollen die Begeisterung für die Natur weitergeben“, sagt Marcel Frölich.

Das gelingt mit Mael auf dem Hochsitz bei Remlingrade spielend. Zwei Stunden lang blickt der Elfjährige wie gebannt auf Wiesen, Felder und Wälder. Der Wind steht bestens für die Pirsch. Plötzlich entdeckt er zwei Kitze, die auf der Wiese äsen und klingt ganz aufgeregt. „Oh, wow“, murmelt der Junge, während er durch das Fernglas blickt. „die sind noch ganz klein“. Marcel Frölich erzählt von den vielen Kitzen, die in diesen Tagen in den heimischen Wäldern unterwegs sind. „Wenn mehrere Rehe auf einer Wiesen stehen, sprechen wir von Sprung“, sagt er. Dann weist er Mael auf das Geweih der Böcke hin.

„Ich liebe den Wald“, erklärt der Elfjährige. Weil er früher in der Gegend rund um Birken zu Hause war, freut er sich, die vertrauten Wiesen und Felder nun vom Hochsitz aus unter die Lupe nehmen zu können. „Ich würde so gerne noch einen Fuchs sehen oder Wildschweine“, sagt Mael. Aber Marcel Frölich weiß, dass die Füchse meist später dran und die Schweine oft zu clever sind, um sich den Menschen zu zeigen.

Als die beiden nach zwei Stunden „abbaumen“, also den Hochsitz wieder verlassen, ist Mael tief beeindruckt und wirft noch einen letzten Blick auf den Sonnenuntergang. Am Parkplatz in Rade hat die Hegegemeinschaft noch ein kleines Essen vorbereitet, in der Rollenden Waldschule können die Kinder die Tiere aus der Nähe unter die Lupe nehmen. „Schüsseltreiben“ nennen die Jäger diesen heiteren Tagesabschluss. Und für Mael ist es eine gute Gelegenheit, um von den Entdeckungen des Abends zu berichten.

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