Ansichtssache: Feierabendmarkt als Chance, in der Region zu werben

Ansichtssache: Feierabendmarkt als Chance, in der Region zu werben

Museen sind antiquiert und verstaubt. Die oft bei jungen Leuten vorherrschende Meinung, in Zeiten des Internets brauche man sie nicht mehr, ist falsch. Dort kann man in Ruhe viel lernen.

Gerüchte haben auch in einer Kleinstadt immer Hochkonjunktur. Sie bergen dabei schnell die Gefahr, dass anderen Menschen oder Unternehmen massiv geschadet wird. So ist es mehreren Institutionen und Unternehmen zuletzt mehrfach ergangen. Kaum hatten der Chinese "Tasty Garden" und das italienische Restaurant "Elvi und Ele" an der Kaiserstraße eröffnet, da tauchten in der Öffentlichkeit schnell die Gerüchte auf, beide Restaurants würden wieder schließen.

Jetzt rief der Vorsitzende des Wülfing-Museumsvereins, Jörg Holtschneider, fast schon verzweifelt an, es gebe die Gerüchte, dass das Museum geschlossen würde. Man sei jetzt auf der Suche nach denen, die das verbreiten würden. Statt solche Gerüchte zu verbreiten, sollten sich die Urheber vielmehr im Leben der Stadt einbringen. Bei Wülfing ist jede Hand gefragt. Vor allem werden Jüngere gesucht, die Verantwortung übernehmen.

Ein Beispiel, dass es gut läuft und man mit Engagement etwas aufbauen kann, zeigen derzeit die Aktiven des Bismarck-Museums. Als einfache IG ins Leben gerufen, hat sich inzwischen ein Verein gegründet, der sich im Bereich der Schlossmacher Galerie etabliert hat. 161 Gäste an einem Nachmittag, auch wenn eine kleine Sonderveranstaltung dabei war, sprechen eine deutliche Sprache. Derzeit wird das Museum vom Eigentümer der Schlossmacher Galerie unterstützt. Schon jetzt sollte sich die Stadt Gedanken machen, wie es weitergehen könnte, wenn die Geschäftsfläche eines Tages vermietet wird. Zu Beginn belächelt, hat sich aus der privaten Sammlung von Dieter Ickler ein richtiger Treffpunkt mit "Benzingeruch" für den Sonntagnachmittag entwickelt.

Im April könnte ein neues Projekt an den Start gehen. Für den 20. April, einen Freitag, plant der Citymanagementverein einen Feierabendmarkt. Das könnte eine gute Gelegenheit sein, an den Freitagen Radevormwalder und Gäste in die Innenstadt zu holen. Vielleicht gelingt es, diesen Feierabendmarkt zu einem Nachbarschaftstreffen in der Innenstadt zu etablieren. Der Freitagabend könnte der richtige Zeitpunkt sein, denn dieser Abend vor dem Wochenende wird von vielen als Freizeiteinstieg genutzt.

Eine solche Aktion könnte den Marktplatz noch einmal aufwerten. Man darf gespannt sein, ob die Rader ein solches Angebot annehmen. Apropos Ort: Vor einigen Jahren hatten viele Radevormwalder den "Rader Sommer" mit Konzerten am Mittwochabend ignoriert. Nur am Marktplatz gab es eine große Resonanz. Das dürfte auch für die Region interessant sein. Vielleicht heißt es dann auch eines Tages in der Region: Man trifft sich freitagsabends in Rade auf dem Marktplatz. Und: Vom Lenneper Outlet-Center geht es zur Unterhaltung direkt zum Radevormwalder Markt.

Geistes- oder Naturwissenschaft? Diese Frage wird oft, vielleicht zu oft, in Richtung Geisteswissenschaften entschieden. Diesem Trend möchte das Theodor-Heuss-Gymnasium jetzt entgegensteuern und zeigen, dass auch ein von vielen vielleicht nicht richtig verstandenes Fach Physik Spaß machen und auch eine Perspektive bieten kann. Ganz ehrlich: Bei mir ist dies nicht gelungen. Ich habe den Lehrer nicht verstanden und den Draht zur Technik nicht gefunden.

Deutschland als Land der Industrie mit zahlreichen Unternehmen als Weltmarktführer braucht junge Leute, die in einem technischen Beruf ihre Zukunft suchen. Handwerker, Facharbeiter oder Ingenieure werden bald wohl mehr denn je gesucht sein. Schon jetzt herrscht große Nachfrage. Viele Bürojobs drohen der Digitalisierung 4.0 zum Opfer zu fallen. Jetzt gilt es, das Projekt zu etablieren und mit Leben zu füllen.

(RP)