Radevormwald: FDP-Vorstoß: Weniger Steuern zahlen für Hunde aus dem Tierheim

Radevormwald : FDP-Vorstoß: Weniger Steuern zahlen für Hunde aus dem Tierheim

Die Hundesteuer ist ein Thema, bei dem die Meinungen sehr auseinander gehen. Manche halten sie für ein Mittel, um die Zahl der Hunde in einer Stadt zu regulieren, andere - hauptsächlich Hundehalter - halten sie für eine unfaire Abzocke durch die Verwaltungen.

Aus der Fraktion der Liberalen im Radevormwalder Rat kommt nun der Vorstoß, die Höhe der Hundesteuer daran zu bemessen, inwieweit der Halter sich gemeinnützig betätigt. Diesen Vorschlag äußerte FDP-Ratsfrau Annette Pizzato in der jüngsten Ratssitzung unter dem Punkt Mitteilungen und Fragen.

Konkret würde das bedeuten: Ein Bürger, der einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenkt, soll für einen gewissen Zeitraum von der Hundesteuer befreit werden. Für die liberale Politikerin ist dies auch eine Herzenssache: "Ich bin im Tierschutz aktiv", sagt sie. Reaktionen auf ihren Vorstoß habe es bislang leider nicht gegeben. Dieses Thema finde leider wenig Anklang in der Politik, meint sie.

Pizzato wies bereits in der Sitzung darauf hin, dass dieses Prinzip der Steuerbefreiung in anderen Städten in der Region umgesetzt würde. Dazu gehören Schwelm und Remscheid. Die Remscheider Verwaltung teilt auf ihrer Internetseite mit: "Hunde, die nachweislich unmittelbar aus dem Tierheim Remscheid aufgenommen werden, sind für die ersten zwölf Monate nach Aufnahme in den Haushalt steuerfrei." Bei der Anmeldung beim Steueramt muss als Beleg eine Kopie der Übereignung durch das Tierheim vorgelegt werden.

Ein ähnliches Modell schwebt Annette Pizzato in der Zukunft auch für Radevormwald vor. Für beide Städte ist übrigens das gleiche Tierheim zuständig, es befindet sich nördlich von Remscheid-Lennep an der Schwelmer Straße 86.

Die Hundesteuer in Radevormwald beträgt derzeit pro Jahr für einen Hund 80 Euro, bei zwei Hunden 110 Euro pro Tier, bei drei und mehr Hunden sind es je Hund 125 Euro. Wer einen Hund hält, der laut Behördenliste als gefährlich eingestuft wird, muss im Jahr 657 Euro zahlen, hält er zwei oder mehr Tiere gefährlicher Rasse ist diese Summe pro Tier fällig.

Annette Pizzato macht gegenüber der BM deutlich, dass sie auch von dieser so genannten Kampfhundeliste wenig hält. "Viele dieser Tiere sind doch perfekt erzogen."

(s-g)