Fairtrade-Theaterstück im Gymnasium in Radevormwald

Theaterstück : Fairtrade kann richtig Spaß machen

Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums haben bei einem Wettbewerb in Duisburg einen Auftritt des Theaters Sonni Maier gewonnen. Das Musical „Global Playerz“ wurde gestern aufgeführt.

Die Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums hatte sich gestern Vormittag in eine Konzerthalle verwandelt. Ein dreiköpfiges Ensemble des Theaters Sonni Maier aus Witten war nach Radevormwald gekommen, um ihr Musical „Global Playerz“, das sich mit dem Thema Globale Gerechtigkeit auseinandersetzt, aufzuführen.

„Die Aufführung haben die teilnehmenden Schüler aus meiner Siegen Klasse bei der Fairtrade-Akademie in Duisburg gewonnen, zu der wir als Fairtrade-Schule in der vergangenen Woche eingeladen waren“, sagt Carsten Krause, Lehrer für Deutsch und Geschichte sowie Fairtrade-Sprecher am Theodor-Heuss-Gymnasium. Die Schule ist mittlerweile im dritten Jahr Fairtrade-Schule.

Die Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 7 waren zu der Aufführung eingeladen worden. Es geht es um Unterschiede, um Arm und Reich, um Haben und Nichthaben, und nicht zuletzt um die Ungerechtigkeiten unserer Welt.
Im Mittelpunkt der Geschichte, die vom dreiköpfigen Ensemble sehr professionell und mit viel Humor dargeboten wurde, steht die die All-Girl-Band „Playerz“, die beim Band-Contest eines hippen Musiksenders in den Recall gerufen wird. Die Band besteht aus den Freundinnen Skazz (Maja Rodigast), Nia (Karolin Blumenstengel) und Katey (nur am Telefon zu hören). Katey ist allerdings gerade mit ihren Eltern in Ghana, um deren Heimat kennenzulernen. Dumm nur, dass sie beim Recall mitmachen muss, damit die Band komplett ist und auftreten kann. Da man zwar in unserer modernen Welt durchaus schnell einmal um die Erde reisen kann, Kateys Rückflug aber erst in fünf Wochen ansteht, muss Ersatz her. Der wird in Gabe (Andy Little) zwar schnell gefunden, aber unterdessen brechen bei den Mädchen große Fragen auf. „Armut und Unterernährung auf der einen Erdhälfte, Überfluss auf der anderen – wie kann das alles zusammenhängen“, fragen sie sich. Und wie kann man als kleine Punkband etwas verändern?

Das Wittener Theater beschäftigt sich mit Problemthemen für Jugendliche. In Duisburg hatten die Darsteller „quasi einen Trailer für das Musical vorgestellt – und anschließend einen Auftritt unter allen 30 anwesenden Schulen verlost“, sagt der Lehrer. Man habe richtig Glück gehabt. „Das Tolle für die Schüler war, dass sie dort auf engagierte Fairtrade-Aktivisten getroffen sind, die für ihre Sache brennen.“

So auch die Siebtklässlerin Julia. Die Zwölfjährige ist vom Prinzip des Fairen Handels begeistert. „Bei uns zu Hause gibt es fast nur fair gehandelte Lebensmittel“, sagt die Schülerin. Sie sagt, sie schmecke sogar den Unterschied zwischen normalen und fair gehandelten Lebensmitteln. „Weil ich bei den normalen Lebensmitteln weiß, dass da die Produzenten unter Umständen nicht gerecht bezahlt werden“, sagt die Zwölfjährige und ergänzt überzeugt: „Ich mag keinen normalen Salat mehr.“

Im Rahmen der Fairtrade-Akademie hätten sie vor allem die Workshops interessiert, sagt die Zwölfjährige. „Das waren interessante Sachen, wir haben die verschiedenen Probleme in Entwicklungsländern kennengelernt. Außerdem haben wir erfahren, wie man sich als Einzelner für Fair Trade engagieren kann“, sagt Julia. Sie habe auch bei einer Rallye mitgemacht, bei der sie geübt habe, schlagfertig Argumente für die Verwendung und den Kauf von fair gehandelten Produkten zu geben.

Währenddessen ist die Stimmung in der Aula des Gymnasiums groß. Ganz nach der von Little zu Beginn ausgegebenen Losung: „Wenn ich in den Musical-Szenen die Hand hebe, dann kann sich hier die Aula-Decke auch heben!“ Kein Zweifel, die Darsteller haben ihr Publikum erreicht.

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