Experten sehen keine Verkehrsprobleme durch Baugebiet in Radevormwald

Geplantes Baugebiet in Radevormwald : Karthausen – Gutachter fürchten kein Verkehrschaos

Ein Ingenieursbüro aus Bochum hat die Verkehrsbelastung auf der B 229 und der L 81 untersucht. Das neue Baugebiet wird nicht zum Verkehrschaos führen, so die Prognose.

Eine ganze Reihe von Argumenten haben die Gegner des geplanten Baugebietes Karthausen in der Debatte ins Feld geführt. Eines davon ist die erwartete hohe Verkehrsbelastung der L 81 und der B 229 durch die Erschließung.

In der jüngsten Sitzung des Fachausschusses wurde nun ein Gutachten über die Auswirkungen der neuen Siedlung auf den Straßenverkehr vorgestellt. Das Fazit: Die Erschließung über die B 229 ist „ohne Ausbau leistungsfähig“. Zwischen der Kreuzung der B 229 und der L 81 und einer künftigen nördliche Zufahrt zu dem Baugebiet solle die Landstraße allerdings „auf 6.50 Meter Fahrbahnbreite“ erweitert werden. Auch ein Geh- und Radweg soll dort entstehen, empfehlen die Gutachter des Ingenieursbüro Brilon Bondzio Weiser aus Bochum.

Die Fachleute hatten bereits am 28. Juni in den Zeiten von 6 bis 10 Uhr und 15 bis 19 Uhr das Verkehrsaufkommen am „Doppelknoten“ in Herbeck gezählt. Der Verkehrsfluss wird als „gut“ bis „befriedigend“ bezeichnet. Für das komplette Wohngebiet – drei Bauabschnitte mit insgesamt 270 Wohneinheiten – gehen die Gutachter von 1430 Kfz-Fahrten in 24 Stunden aus.

Bei der Frage, ob das Baugebiet eine oder zwei Anbindungen braucht, empfehlen die Untersucher eine Anbindung für die Bauabschnitte 1 und 2 und eine zweite für die Realisierung des 3. Bauabschnittes. Dadurch gebe es eine „bessere Erschließungsqualität“, eine „schnellere Erreichbarkeit der einzelnen Quartiere“, eine Verminderung des Durchgangsverkehrs im Wohngebiet und eine „geringere Störungsanfälligkeit“.

Nicht alle Fraktionen sind vom dem Ergebnis der Präsentation überzeugt. „Das reicht nicht aus, da muss deutlich mehr kommen“, meint Rolf Ebbinghaus, Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste. Auf Nachfragen im Ausschuss über andere Aspekte der Verkehrsbelastung habe der Vertreter des Bochumer Büros erklärt: „Das war nicht Gegenstand unserer Untersuchung.“ Für Ebbinghaus ein Beleg, dass durchaus nicht alle Probleme rund um das Vorhaben ausgeräumt sind. „Die Kreuzung mit der B 229 ist das geringste Problem“, meint er. Der Knackpunkt sei vielmehr der schmale Verlauf der Landstraße. Der AL-Politiker kann sich schwer vorstellen, wo der Platz für die großzügige neue Straßengestaltung herkommen soll.

Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Pech-Büttner erklärt: „Wir zweifeln das stark an.“ Wenn der Gutachter von einer Erhöhung des Verkehrs auf der L 81 um 60 Prozent ausgehe, aber gleichzeitig keine Folgen für die Belastung der B 229 sehe, dann sei das schwer glaubhaft.