Radevormwald: Erst die Altlasten beseitigen

Radevormwald: Erst die Altlasten beseitigen

Ein Gutachten über die Bodenbelastung und die Verkehrsplanung sollen Basis für die Umnutzung des ehemaligen Bismarck-Geländes als Standort für Einzelhandel schaffen. Gefunden wurden Chrom-VI- und Öl-Rückstände.

Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes und durch einen Öffentlich-Rechtlichen Vertrag soll auf dem ehemaligen Bismarck-Gelände in Bergerhof ein Standort für Grundversorgung entstehen. Der Eigentümer und Investor hat mitgeteilt, dass als Anker-Mieter ein Vollsortimenter fungieren soll. Dazu kommen Vermietungen an Ärzte, eine Apotheke und andere.

Zeitlich durchkreuzt werden diese Pläne derzeit noch durch auf dem Gelände gefundene Altlasten. Im Ausschuss für Stadtentwicklung erklärte Baudezernentin Julia Gottlieb, dass der Investor mit Hilfe eines Fachbüros die Altlastensituation klären und wenn nötig, eine erforderliche Beseitigung in Auftrag geben muss. "Ich denke, dass diese Unterlagen bis zur nächsten Sitzung im Juni vorliegen", sagte Gottlieb. Sie betonte, dass der Investor sein Projekt trotz der Altlastenproblematik ernsthaft vorantreibe.

Galvanik als Ursprung

Federführend beteiligt für den Oberbergischen Kreis ist die Untere Bodenschutzbehörde in Gummersbach. "Wir haben Schwermetalle gefunden, die von der ehemaligen Galvanik-Abteilung stammen können, eine leichte Konzentration von Chlorkohlenwasserstoffen und Mineralöl-Rückstände", sagte Ulrich Herweg. Das Gutachten und eine notwendige Beseitigung der Altlasten seien erforderlich – unabhängig von einer späteren Nutzung. Die Stelle, an der die Galvanik der Fahrradwerke früher war, soll nicht in die Neuplanung einbezogen werden.

Schon eine frühere Untersuchung hatte ergeben, dass das Grundwasser im Umfeld verunreinigt war. Geklärt werden muss jetzt das Ausmaß der Verunreinigung und natürlich, ob diese Verunreinigung tatsächlich von dem Bismarck-Gelände ausgeht.

Herweg geht davon aus, dass die Altlastenbeseitigung auf dem ehemaligen Industriegelände parallel zur Weiterentwicklung der Planungen vorgenommen werden kann. Der Investor habe bereits ein Fachunternehmen eingeschaltet. Die leichteren Schäden könnten höchstwahrscheinlich schon durch Auskofferung des Bodens der belasteten Stellen beseitigt werden.

Erschließung von der B 229

Notwendig ist auch ein Verkehrsgutachten für die Erschließung von der Elberfelder Straße (B 229). "Der Investor möchte die Gebäude an der Seite zur Leimholer Straße nicht verändern", erklärte Elisabeth Böhmer vom Fachbereich Stadtplanung, deshalb gebe es nur eine Erschließungsvariante. "Dieses Gutachten wird bearbeitet. Auch die Emissionsakte wird bereits aktualisiert", sagte Gottlieb.

(RP)