Radevormwald: Entscheidung über den Schulnamen wird knapp

Radevormwald : Entscheidung über den Schulnamen wird knapp

Die FDP möchte wie die CDU nicht, dass die Sekundarschule nach Malala Yousafzai benannt wird, wie es die Schulkonferenz gewünscht hatte. Der Schulausschuss tagt am Montag zu diesem Thema.

Die CDU ist nicht mehr allein: Auch die Ratsmitglieder der FDP-Fraktion möchten nicht, dass die Sekundarschule nach der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai benannt wird. "Darauf haben wir uns verständigt", sagt FDP-Ratsfrau Annette Pizzato. Andererseits ist unklar, ob beide FDP-Vertreter auch dafür stimmen, den Namen "Geschwister-Scholl-Schule" von der Haupt- auf die Sekundarschule zu übertragen. Das hat die CDU beantragt. Sie wendet sich damit gegen den Beschluss der Schulkonferenz. In einem Workshop, an dem Schüler, Lehrer und Eltern der jungen Sekundarschule teilgenommen hatten, war die Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan zur Namensgeberin gekürt worden.

Foto: CDU

Nun ist es möglich, dass eine Mehrheit der Politik dies verhindert. "Es wird eine knappe Entscheidung", meint Annette Pizzato. Die nächste Sitzung des Schulausschusses ist am Montag. Zwei Anträge stehen auf der Tagesordnung, neben dem schon erwähnten der CDU gibt es den Antrag der SPD, den Beschluss der Schule zu respektieren. UWG, RUA, Grüne und AL hatten bereits signalisiert, dass sie ebenfalls den Wunsch der Schule unterstützen möchten.

Es ist durchaus denkbar, dass die Entscheidung nicht im Ausschuss fällt, sondern in den Rat verschoben wird. Dort könnte es sogar ein Patt geben, vorausgesetzt, die fraktionslosen Ratsmitglieder stellen sich ebenfalls auf die Seite der CDU.

Gerd Uellenberg, der Fraktionsvorsitzende der CDU, ist laut eigenen Worten "verhalten optimistisch". Nach wie vor seien die Christdemokraten überzeugt, im Namensstreit für die Mehrheit der Bürger in Radevormwald gesprochen zu haben. "Ich spüre nach wie vor, dass wir von der Bevölkerung unterstützt werden, sowohl mündlich als auch schriftlich."

Nicht zu diesem Teil der Bevölkerung gehört Sandra Kotthaus, die Vorsitzende des Fördervereins der Sekundarschule. "Ich finde die Entscheidung der CDU persönlich als Mutter und als Mitglied des Fördervereins unter aller Kanone", sagt sie. Die Schüler, die sich in dem Workshop engagiert hätten - darunter auch ihr eigener Sohn - fragen sich jetzt "Warum haben wir daran teilgenommen?" Wie Schulleiterin Sandra Pahl sieht Kotthaus einen prinzipiellen Unterschied zwischen der alten Geschwister-Scholl-Schule und der neuen Sekundarschule, und dieser Unterschied solle auch in der Wahl des Namens verdeutlicht werden.

Die SPD-Fraktion hat erneut bekräftigt, dass sie Malala Yousafzai als Namengeberin der Sekundarschule favorisiert. Auf ihrer Internetpräsenz veröffentlichten die Sozialdemokraten vor einigen Tagen eine Mitteilung, darin wird der Fraktionsvorsitzende Dietmar Stark zitiert: "Die SPD wird das klare Votum der Sekundarschule für Malala Yousafzai nicht in Zweifel ziehen und schon gar nicht missachten." Es sei ein fatales Signal, die intensiven und begründeten Gedanken der jungen Menschen dadurch zu konterkarieren, indem man nun "händeringend nach einer Alternative sucht", so die SPD.

Der Schulausschuss ist am Montag, 25. Juni, um 17 Uhr im Mehrzweckraum des Bürgerhauses. Der Tagesordnungspunkt ist öffentlich.

(s-g)
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