Radevormwald: Eltern wollen Bürgerentscheid

Radevormwald: Eltern wollen Bürgerentscheid

Weil sie keinen öffentlichen Schlagabtausch wollten, schwiegen die Mütter und Väter bisher in der Öffentlichkeit. Jetzt wehren sie sich und wollen für den Erhalt der Einrichtung kämpfen. Sie brauchen 2000 Unterschriften.

Lange haben sie geschwiegen, jetzt gehen die Eltern der GGS Blumenstraße in die Offensive. "Vor dem Schulausschuss und dem Rat wollten wir keinen öffentlichen Schlagabtausch, sondern in Ruhe mit den Fraktionen sprechen", sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Sandra Hoffmann. Nachdem der Rat die Schließung der Einrichtung beschlossen hat, suchen die Eltern ihr Heil in der Flucht nach vorne.

Durch ein Bürgerbegehren wollen sie mindestens 2000 Unterschriften sammeln (das sind acht Prozent der Kommunalwahlberechtigten ab 16 Jahre), um einen Bürgerentscheid zu erzwingen. Der soll möglichst noch vor den Sommerferien stattfinden. Um zu gewinnen, benötigt der Förderverein eine Zustimmung von 20 Prozent. Bei Stimmengleichheit ist der Bürgerentscheid abgelehnt. "Wir wollen die Öffentlichkeit richtig informieren", sagt die stellvertretende Vorsitzende Yvonne Radenhäuser.

Raumbedarf nicht vorhanden

Was die Frauen am meisten ärgert, sind die ihrer Meinung nach irreführenden Zahlen der Verwaltung zu Geburten und Schulanmeldungen. Auch die Angaben zu Investitionskosten und die Prognose, wie viele Kinder 2013 die Offene Ganztagsgrundschule besuchen, seien falsch. "Der Raumbestand ist an der GGS Stadt nicht vorhanden", sagt Yvonne Radenhäuser. Da müsste schon die VHS ausgelagert und das Gebäude umgebaut werden. Horrende Kosten seien die Folge. "Die Planungen passen hinten und vorne nicht", sagt Hoffmann. Sie könne nicht verstehen, warum die GGS Blumenstraße geschlossen werden soll.

In den vergangenen fünf Jahren habe es einen Schülerrückgang von 1,5 Prozent gegeben, an anderen Schulen um bis zu 31 Prozent. Radenhäuser und Hoffmann glauben, dass die Stadt einen Investor für das Grundstück hat. Dezernentin Ute Butz hatte in der Ratssitzung betont, dass es keinen Interessenten gebe. "Außerdem sind wir die günstigste Schule von allen. Die Schließung bringt 18 720 Euro pro Jahr", sagt Sandra Hoffmann. Das sei keine Ersparnis.

Der Förderverein will kämpfen. Heute gibt es eine Elternversammlung, bei der über Infostände, Flyer, Spendenschulparty und Unterschriftenlisten in Geschäften gesprochen wird. "Auch auf Firmen und Sponsoren sind wir angewiesen, wir fahren das volle Programm und geben Vollgas", sagt Sandra Hoffmann. Die Zeit drängt, denn nach dem Ratsbeschluss bleiben dem Verein sechs Wochen Zeit, um den Bürgerentscheid beim Verwaltungsgericht anzumelden. "Wir nehmen die Entscheidung nicht hin, sondern kämpfen weiter", sagt Yvonne Radenhäuser. Man wolle sich auf die Fakten beschränken und niemanden verleumden.

(RP)