1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Eine fotografische Entdeckungsreise durch den Oberbergischen Kreis

Kunst im öffentlichen Raum auch in Radevormwald : Eine fotografische Entdeckungsreise

Fotograf Joachim Gies hat 120 öffentliche Kunstwerke in allen 13 Kommunen des Oberbergischen Kreises zu Tages- und Nachtzeiten und aus außergewöhnlichen Perspektiven fotografisch beleuchtet. Radevormwald ist auch vertreten.

Kunst hat so unendlich viele Facetten. Das wird bei diesem ganz besonderen Projekt einmal mehr sehr deutlich. Das Museum und Forum Schloss Homburg in Nümbrecht zeigt zu der vom Oberbergischen Kreis herausgegeben Publikation „Kunst im Öffentlichen Raum – Oberbergischer Kreis“ eine gleichnamige Sonderausstellung. Die Publikation und die begleitende Ausstellung laden zu einer spannenden Entdeckungsreise durch den Kreis ein.

Für das Projekt hat der Fotograf Joachim Gies 120 öffentliche Kunstwerke in allen 13 Kommunen des Kreises zu Tages- und Nachtzeiten und aus außergewöhnlichen Perspektiven fotografisch beleuchtet. Der Bildband dokumentiert das Projekt, das zum Start von der Ausstellung auf Schloss Homburg begleitet wird. Kulturdezernent Felix Ammann freut sich, dieses vielfältige Kunst-Projekt vorzustellen: „Das Projekt verbindet alle 13 Kommunen des Kreises und bündelt gleichzeitig anschaulich die Vielfalt öffentlicher Kunstwerke in unserem Kreis“, sagt er. Der Leiter des Kulturamts, Steffen Müller, betont dabei die gute interkommunalen Kulturarbeit aller Kommunen: „Dieses Projekt wird die oberbergische Identität nachhaltig stärken“, sagt er.

 „Zweiklang“ heißt dieses Kunstwerk des Radevormwalder Künstlers von Gerlach Bente an der Südstadtkreuzung.
„Zweiklang“ heißt dieses Kunstwerk des Radevormwalder Künstlers von Gerlach Bente an der Südstadtkreuzung. Foto: wos/Scholl, Wolfgang (wos)
  • Im Radevormwalder Sana Krankenhaus werden derzeit
    Corona-Pandemie : Zahl der Infizierten steigt in Radevormwald und Hückeswagen
  • Dieses Schild müsste die Stadt Nideggen
    Dürener Kreistag stimmt für Umbenennung : Ein Kreis will anders heißen
  • Das "Odessa-Projekt " präsentiert am Freitag
    Klezmer im Kultur-Haus Zach Hückeswagen : „Odessa-Projekt“ mit Balkan-Klängen

Dem Fotografen Joachim Gies war es „eine Riesenfreude, die Kunst im Bergischen Land mit der Kamera zu entdecken. Kunst im öffentlichen Raum ist rund um die Uhr erlebbar. Das macht sie so wertvoll. Tag oder Nacht, Sommer wie Winter – immer wirkt sie verschieden auf den Betrachter. Diese Faszination hoffe ich, mit meinen Fotos weitergeben zu können“, sagt er.

 Rokoko-Gartenhaus im Parc de Châteaubriant mit dem Kunstwerk „Bellevue“ von Heike Weber.
Rokoko-Gartenhaus im Parc de Châteaubriant mit dem Kunstwerk „Bellevue“ von Heike Weber. Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

Neben diesen Fotografien bietet der Bildband zahlreiche Erläuterungen zu den Kunstwerken. Kulturhistorikerin Silke Engel hat das Projekt federführend begleitet und hat sich intensiv mit der öffentlichen Kunst im Kreis beschäftigt: „Ab den 1970er und 1980er Jahren entstanden im gesamten Kreis Installation von Brunnenanlagen verknüpft mit künstlerischen Skulpturen. Freistehende Skulpturen auf Marktplätzen oder in Fußgängerzonen präsentieren sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit den 2000er Jahren nehmen die Kreisverkehre Kunstwerke in ihrem Zentrum auf“, sagt sie. Dazu gebe es Graffiti und eine von Rolf Zavelberg lichtinszenierte Bogenbrücke in Wipperfürth. Von Joseph Beuys inspirierte Künstler, wie Mary Bauermeister, Peter Rübsam, Daphna Koll oder Norbert Kricke seien auch mit Kunstwerken vertreten.“ Diese Vielfalt werde auch in der Publikation erlebbar, meint die Hückeswagener Grafikerin Nicole Elsenbach: „Das Layout der Publikation beruht auf der Idee, diese entsprechend eines virtuellen Spaziergangs durch das Oberbergische umzusetzen.“

 Hingucker: Die Künstlerfahnen – hier im Juni 2018 von Künstler Walter Eul.
Hingucker: Die Künstlerfahnen – hier im Juni 2018 von Künstler Walter Eul. Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

Dass in der Publikation auch Radevormwald einen breiten Raum mit seiner öffentlichen Kunst einnimmt, freut besonders Bernd Freudenberg von der Kunstinitiative, der sich unermüdlich für die Kunst in der Bergstadt einsetzt. Dem Leser wird als Erkennungszeichen des mehr als 700 Jahre alten Ortes die Silhouette der vier Kirchtürme vorgestellt.

„Seit mehr als 70 Jahren organisiert der Kulturkreis regelmäßig Musik- und Theaterveranstaltungen. Hierbei nimmt die musikalische Sparte einen besonderen Stellenwert ein“, heißt es in der Veröffentlichung des Kreises. Hinweise auf das Feuerwehrorchester, die vier Museen, die verschiedenartige Facetten der Regionalgeschichte vermitteln, fehlen ebenso wenig wie die Arbeit der Kunstinitiative. „Sie ist seit vielen Jahren Impulsgeber für zeitgenössische Kunstprojekte an ungewöhnlichen Orten im Stadtgeschehen. Hierbei fördert die Initiative die regionale Kunstszene ebenso wie Ausstellungsprojekte mit international renommierten Künstlern“, erfährt der Leser. Jüngstes Projekt sei eine zwei Mal im Jahr wechselnde Präsentation künstlerisch gestalteter Fahnen auf dem Kreisverkehr in der Innenstadt.

Die Publikation geht detailliert auf die Werke verschiedener Künstler im öffentlichen Raum in Radevormwald ein – darunter Achim Zeman, Gerlach Bente, Frank Dornseif und Heike Weber.