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Ein Radweg zwischen Radevormwald und Wuppertal - Pläne werden diskutiert

Wupperorte von Radevormwald : Der Traum vom Wupper-Radweg lebt

Im Rahmen einer Regionale-Bewerbung könnte ein Radweg im oberen Tal der Wupper geschaffen werden. Ein Vorhaben, das besonders für Radevormwald Bedeutung hätte, wie Planer nun ausführten.

Entspannt die Wupper entlang radeln, mit dem Ziel Dahlerau im Blick, wo ein interessantes Museum, eine Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten auf den Besucher warten – diese reizvolle Vision schwebt den Planern vor, die ein Konzept für die Stadt Radevormwald erstellt haben. Dabei geht es um die Bewerbung für die Regionale 2025, in deren Rahmen Maßnahmen gefördert werden können. Die Wupperorte stehen bei einer Bewerbung im Mittelpunkt.

Dieter Blase, einer der beiden Planer, die das Konzept nun in einer Ausschuss-Sitzung im Wülfingmuseum vorstellten (die BM berichtete) erläuterte die Möglichkeiten, die der Ausbau des Radweges zwischen Radevormwald und Wuppertal bieten kann – oder „Oberes Tal der Wupper“, wie seine Bezeichnung sein soll.

„Für die Textilstadt Wülfing wäre dieser Radweg wichtig“, sagt der Planer. „Die Touristiker kommen da ins Schwärmen.“ Der Wupperverband habe bereits Unterstützung für das Projekt signalisiert, und es gebe auch schon Interesse von privaten Investoren aus der Wirtschaft. „Das ist schon ungewöhnlich“, meint Dieter Blase. Das Potenzial des Vorhabens sei unbestritten.

Radevormwald müsste freilich unter den Beiträgen der anliegenden Städte den Löwenanteil bezahlen, nämlich 4,9 Millionen Euro von einer Gesamtsumme von 6,7 Millionen Euro. Beteiligt sind die Städte Wuppertal, Remscheid, Radevormwald und Hückeswagen. Unklar ist bei dieser Summe noch, wie hoch die Förderung ausfallen würde, falls die Bewerbung des Projektes für die Regionale erfolgreich ist.

Es gibt freilich noch einige Hindernisse, die angegangen werden müssen, bevor eines Tages Radler in die Pedale treten könnten. „Es gibt zwei problematische Stellen, an denen es eng wird, hier müssten technische Lösungen her, die leider teuer sind“, erläutert Dieter Blase. Der Weg müsste dann an diesen Punkten auf eine Art Steg über dem Rand des Flusses verlagert werden.

Und es gibt auch rechtliche Probleme, die geklärt werden müssen: Teile des Tals der Wupper sind Naturschutzgebiet. „Die Kreisverwaltung hat uns mitgeteilt, dass in diesem Fall eine förmliche ,Befreiung’ erteilt werden muss“, schildert der Planer die Situation. Das sei möglich, wenn ein großes öffentliches Interesse bestehe. Dieter Blase rät der Verwaltung, darüber mit der Kreisverwaltung Gespräche zu führen.

„Bislang handelt es sich ja nur um Vorschläge“, stellt Burkhard Klein fest, der Leiter der Bauverwaltung bei der Radevormwalder Verwaltung. Niemand muss damit rechnen, dass die Bauarbeiten in nächster Zeit in die Wege geleitet werden. Die Machbarkeitsstudie, die durch das Planungsbüro DTP in Essen erstellt wurde, zeige allerdings, dass das Vorhaben durchaus realistisch ist. Die Infrastruktur müsste nicht komplett neu geschaffen werden. „Ein großer Teil der Radstrecke ist ja bereits jetzt in Form von Straßen, Wander- und Wirtschaftswegen vorhanden“, sagt Burkhard Klein.

Den Gedanken, eine Radstrecke zwischen Radevormwald und Wuppertal zu schaffen, hatte auch der ehemalige Wuppertaler Stadtverordnete Peter Hartwig vor einigen Monaten öffentlich gemacht. Hartwig hatte dabei allerdings die Bahntrasse im Blick, auf der der Verein der Wupperschiene hofft, einen Museumsbahnverkehr einzurichten. Das von Hartwig angesprochene Projekt hätte mit der Radroute, wie sie im Rahmen der Regionale 2025 entwickelt werden könnte, jedoch nichts zu tun.

Bereits jetzt können Touristen auch ohne Rad und ohne Bahnticket auf dem „Wuppertrail“ das Tal der Wupper zwischen Beyenburg und Radevormwald erleben – auf Draisinen. Diese Strecke findet lebhaften Anklang, im vergangenen Jahr verzeichneten die Vereinsmitglieder des „Wuppertrail“ nicht weniger als 4000 Fahrgäste.