Eierkippen - Das ist die Oster-Tradition aus Önkfeld

Oster-Tradition aus Önkfeld: Beim Eierkippen wird zum Schluss das "Sportgerät" verspeist

Der Ostersamstag gehört in Önkfeld dem Eierkippen. Diese Tradition ist älter als die Kulturgemeinde des Dorfs, und deswegen finden sich jedes Jahr viele Önkfelder zusammen, um das stärkste "Kampf-Ei" der Nachbarschaft ausfindig zu machen.

Welches Ei gewinnt, liegt aber nicht nur an Form und Allgemeinzustand, sondern auch am Griff und Kipp-Verhalten des Ei-Besitzers. "Man muss das Ei mit der Hand ganz umschließen und nur noch die Spitze rausgucken lassen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass das Ei zu Bruch geht", erläuterte Manfred Betzler. Er spielte in den ersten Runden gegen seine Frau Ulrike, die sich mit ihrem Ei gegen das von SPD-Politiker Sven Wolf durchgesetzt hatte. "Heute habe ich gute Eier erwischt", sagte die Dorfbewohnerin. Insgesamt wurden im Haus der Kulturgemeinde 180 bunte Ostereier ausgegeben, überwacht von Erika Fischer, der "guten Seele" der Gemeinde. Jetzt, mit über 80 Jahren, färbt sie die Eier allerdings nicht mehr selber, sondern kauft sie frisch ein.

Während das letzte Ei von Manfred Betzler zu Bruch ging und in Windeseile verzehrt wurde, ging es beim Ehepaar Osenberg rund. Heinz und Ilse Osenberg starteten mit vier Eiern in das traditionelle Eierkippen und waren kurz vor dem Finale gleichauf. Unter die besten des Abends schafften sie es allerdings nicht, und auch das Osterei von Pfarrer Philipp Müller ging schneller kaputt, als ihm lieb war. "Mein Osterei ist komplett implodiert", sagte er, nahm die Niederlage aber auf die leichte Schulter, denn jeder Verlust ist beim Eierkippen schließlich mit dem Vertilgen des "Sportgeräts" verbunden.

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Ins Finale schafften es unter anderem Rosemarie Kötter sowie die Brüder Robin und Simon Mair. Ihr "Kampf-Ei" fest umschlosse, gaben sie alles den Wettkampf für sich zu entscheiden. Mit lautem Knacken gingen die Ostereier von Rosemarie Kötter und Simon Mair kaputt, der Sieger hielt sein orangenes Gewinner-Ei stolz in die Luft. "Natürlich bin ich glücklich über den Sieg. Das Eierkippen zu gewinnen bedeutet in Önkfeld etwas", betonte Robin Mair.

Die Kinderrunde des Eierkippens war am Samstag schnell entschieden, denn es waren nur zwei Kinder gekommen: Der siebenjährige Oskar trat gegen seinen Bruder Anton an. Der ist zwar erst vier Jahre alt, aber beim Eierkippen mindestens genauso versiert. Das stärkere Osterei, so stellte sich heraus, hatte allerdings Oskar erwischt. Die Eltern fieberten zusammen mit Schwester Thea mit. "Das ist natürlich ein spannender Wettkampf unter Brüdern. Streit gibt es deswegen aber zum Glück nicht", sagte Sandra Wüster, ehemalige Erntekönigin und engagiertes Mitglied der Dorfgemeinde Önkfeld.

(trei)