Radevormwald: Ehrenamtliche helfen Kriminalitätsopfern

Radevormwald : Ehrenamtliche helfen Kriminalitätsopfern

Im Oberbergischen Kreis sind momentan fünf Helfer für den "Weißen Ring" tätig. Zu ihnen gehört auch Monika Diebel aus Radevormwald. Im Durchschnitt kümmert sie sich im Jahr um etwa zehn Opfer von Gewalttaten.

Monika Diebel arbeitet seit mehr als 25 Jahren ehrenamtlich für den "Weißen Ring". Die Radevormwalderin ist damals über einen Zeitungsartikel auf den Verein aufmerksam geworden, der Opfern von Kriminalität und Gewalt hilft. "Ich wollte etwas tun, selber helfen und mich für die Menschen engagieren, denen Unrecht getan wurde", sagt sie.

Heute ist sie 68 Jahre alt und immer noch für den "Weißen Ring" im Einsatz. Im Durchschnitt bearbeitet sie zehn Fälle im Jahr. Mitarbeiter des "Weißen Rings" hören Opfern zu, geben ihnen Ratschläge und helfen bei der Suche nach der richtigen Hilfe. Begleitungen zu Ämtern oder Anwälten, zu Ärzten, Psychologen oder der Polizei sind wichtiger Bestandteil des ehrenamtlichen Angebots.

Ehrenamtler wie Monika Diebel sind gut vernetzt und können auch bei bürokratischen Abläufen eine Hilfe sein. Bevor man Teil des Teams wird, bildet der "Weiße Ring" seine Mitarbeiter aus und bereitet sie auf die Herausforderungen vor, die einzelne Fälle mit sich bringen können. "Bevor die Ausbildung startet, muss jeder dreimal hospitieren. Dann zeigt sich schnell, ob man für dieses Ehrenamt geeignet ist", sagt Monika Diebel.

Wichtigste Charaktereigenschaft für angehende Ehrenamtler sei Empathie. "Wir müssen zuhören können und die Ängste der Opfer verstehen. Trotzdem dürfen wir nicht jeden Fall an uns heranlassen." Das gelingt allerdings nicht immer. Auch bei Monika Diebel gab es Situationen, in denen sie sehr unter Fällen gelitten hat. "Die Erzählungen der Opfer sind manchmal wirklich schrecklich und machen fassungslos. Das geht nicht spurlos an mir vorbei", sagt sie.

In den letzten 20 Jahren ist auch sie vorsichtiger geworden und bewegt sich, durch die Erfahrungen der Opfer, aufmerksamer und vorausschauender durch die Gesellschaft. "Ich kenne mögliche Gefahrenpunkte und achte auf mich." Die Menschen, die Monika Diebel betreut, sind Opfer von unterschiedlichen Verbrechen geworden. Vergewaltigung, Missbrauch, Diebstahl, häusliche Gewalt oder Stalking sind nur ein kleiner Teil der bekannten Verbrechen.

Im Oberbergischen Kreis hat der "Weiße Ring" 2016 etwas weniger als 100 Fälle bearbeitet. Vor einigen Jahren war die jährliche Zahl etwas höher. Woran das liegt, weiß Monika Diebel nicht. "Da möchte ich keine Vermutungen anstellen", sagt sie. Sie würde sich sehr darüber freuen, wenn sich im Oberbergischen Kreis und besonders in Radevormwald mehr Helfer finden würden. "Wir können immer Unterstützung gebrauchen, und ich kann das auch nicht mehr ewig machen", erzählt die 68-Jährige.

Opfer aus Radevormwald können sich jeder Zeit bei ihr oder an dem Opfertelefon des Vereins melden. Geholfen wird jedem, der sich meldet und Hilfe anfragt.

(trei)
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