Ansichtssache: Ehrenamt darf keinen Schaden erleiden

Ansichtssache: Ehrenamt darf keinen Schaden erleiden

Aufgeschreckt haben am vergangenen Wochenende Sachbeschädigungen am Haus des Deutschen Roten Kreuz in Dahlhausen. Mit Vorsatz sind dabei ehrenamtliche Helfer außer Gefecht gesetzt worden.

Mitglieder von Rettungsorganisationen, sei es Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehr, Technisches Hilfswerk oder DLRG opfern einen Teil ihrer Freizeit, um anderen zu helfen. Das tun sie, in dem sie sich auch bereiterklären, bei schwierigen Lagen wie Unfällen oder Bränden zu helfen, in dem sie 24 Stunden am Tag rund um die Uhr erreichbar sind. Da erscheint es unglaublich, dass zum Beispiel ein Anhänger des DRK Dahlhausen stark beschädigt und einen Abhang hinunter geschubst und zudem noch ein Einsatzwagen beschädigt wird.

Man kann es nicht oft genug betonen, dass diese Helfer wie zum Beispiel beim Wupper-Unglück 2009 im Einsatz waren und sich das Geld für die Ausrüstung zum Teil noch selber verdienen, in dem sie die Verköstigung von Besuchern bei Veranstaltungen übernehmen. In allen Jugendgruppen, aber auch in Familien, müssen junge Leute für solche Gruppen sensibilisiert werden. In Schulen können junge Leute einen Sozialführerschein machen, sie lernen dabei neue Berufszweige, aber auch ehrenamtliche Arbeit kennen. Die Bedeutung solcher Aufgaben muss in den Köpfen verankert werden. Das ist kein Kavaliersdelikt, weil die Gefahr besteht, dass Hilfe nicht mehr rechtzeitig ankommt.

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Die ehrenamtliche Hilfe ist auch beim "Haus der Begegnung" am Schlossmacherplatz ein wichtiges Thema. Die Stadt versucht, ein Haus zur Verfügung zu stellen, in dem ehrenamtlich tätige Gruppen ihre Arbeit anbieten können. Dazu gehört zum Beispiel der Radevormwalder Mittagstisch. Zwar werden kontinuierlichfür an die Bedürftigen zweimal in der Woche Lebensmitteltaschen ausgegeben, einmal in der Woche hatten aber Bedürftige und Flüchtlinge zum Beispiel die Möglichkeit, sich eine warme Mahlzeit abzuholen und auch mit den Helfern ins Gespräch zu kommen. Dieser Anlaufpunkt liegt seit Ende April brach. An dieser Stelle kann man nur hoffen, dass es der Stadt möglichst schnell gelingt, mit dem Vermieter wieder ins Gespräch zu kommen, damit das Haus möglichst schnell fertiggestellt werden kann. Sonst besteht die Gefahr, dass der eine oder andere Helfer abspringt.

Die CDU musste binnen zweier Jahre zum zweiten Mal einen neuen Vorsitzenden wählen. Während andere Parteien und Wählergruppen in solchen Situationen in Schwierigkeit kämen, kann die CDU die Stellen mit jungen Mitgliedern aus ihrer Mitgliedermitte neu besetzen. Die CDU wird sich mit Partei und Fraktion aber weiter stabilisieren müssen. Zeigen wird sich 2020, ob sie den Mut hat, die jungen Leute auch bei der Kommunalwahl ins Rennen zu schicken. Mutig war sicherlich der Schritt, mehrere junge Leute in den Vorstand aufzunehmen. Das könnte anderen Mut geben, sich ebenfalls politisch zu engagieren. Andererseits wird auch der neue Vorsitzende Gerd Uellenberg darauf achten müssen, dass Entscheidungen zeitnah getroffen werden. Junge Leute stehen im Beruf und lernen dort oft, dass Diskussionen nicht - wie leider bei vielen politischen Sitzungen - ausufern. Gespannt sein darf man, welche politischen Akzente der neue CDU-Vorsitzende setzen wird. Spätestens in zweieinhalb Jahren stehen auch in Radevormwald wieder einmal Kommunalwahlen an.

(RP)