Radevormwald: Drohnen über dem Naturschutzgebiet

Radevormwald : Drohnen über dem Naturschutzgebiet

Spaziergängern sind sie schon öfters aufgefallen: Drohnen, die übers Wiebachtal im Grenzgebiet von Hückeswagen und Radevormwald fliegen. "Ist das denn erlaubt?", fragten bereits Leser. Nur mit einer Genehmigung, lautet die Antwort.

Spaziergängern und Wanderern sind sie schon häufiger aufgefallen: Drohnen, die ihre Runden im Wiebachtal drehen. "Ist das denn überhaupt erlaubt?", fragten einige Leser. Und die Redaktion bekam eine eindeutige Antwort von Christoph Grimlowski vom Ordnungsamt. "Nein, das ist nicht erlaubt. Ohne Genehmigung geht im Naturschutzgebiet gar nichts. Da müssen die Behörden schon zustimmen", sagte er auf Anfrage. Und für eine solche Erlaubnis sei der Oberbergische Kreis zuständig. Wer eine Drohne gewerblich einsetzen will, muss sich sogar an die Bezirksregierung wenden.

Generell weist Grimlowski daraufhin, dass es sich bei den meisten Drohnen, die in Radevormwalder fliegen, um Multikopter handelt. "Der Begriff Drohne ist sehr militärisch besetzt und weist auf ein funkgesteuertes Gerät hin. Dabei sind Multikopter eher Spaßfluggeräte, die sehr oft auch verschenkt werden", sagt Grimlowski.

Das Thema sei sehr diffizil. Man müsse Gewichtsklassen unterscheiden, außerdem, ob ein solches Gerät gewerblich oder privat genutzt wird. Ab eines bestimmten Gewichts müssen die Fluggeräte laut Luftfahrtgesetz personalisiert werden. "Jeder, der so ein Ding fliegen lässt, braucht eine Haftpflichtversicherung, das ist sogar Pflicht, haben aber wenige", sagt Grimlowski.

Immer mal wieder landen entsprechende Anfragen auf seinem Schreibtisch. Vor allem in besiedelten Bereichen hätten die Menschen Angst davor, von Unbekannten ausspioniert zu werden. Da spiele die Kamera eine wesentliche Rolle, die in den meisten Drohnen installiert sei. Was wird da gefilmt? Werde ich gefilmt?

"Gerade, wenn man nicht sieht, wer die Drohne fliegt, wirkt das verdächtig", sagt Grimlowski. Einige Rader haben schon vermutet, dass potenzielle Einbrecher ihr Wohngebiet inspizieren, wenn sie eine Drohne über ihrem Kopf entdecken. "In den meisten Fällen handelt es sich aber um harmlose Spielkinder, die auch schon mal etwas älter sind", sagt Grimlowski und schmunzelt. Er selbst sei diesem neuen Hobby nicht abgeneigt. Es komme halt immer darauf an, wer so ein Gerät fliege und vor allem, ob er es beherrsche. Wer eine Drohne von einer Wiese aus mit Genehmigung des Eigentümers startet, dürfte keine Probleme bekommen. "Denn man sollte eine Drohne ohnehin nur fliegen lassen, wenn eine Gefahr für Tier, Mensch und Gebäude ausgeschlossen ist", sagt Grimlowski. Das Gesetz untersage ohnehin einen Einsatz über Menschenansammlungen und höher als 100 Meter, obwohl gerade das sehr gerne gemacht werde. "Beim Rader Stadtfest wäre eine Drohne über dem Marktplatz also gar nicht erlaubt", sagt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes.

Da die Kameras mittlerweile von der Qualität ausgezeichnet seien, haben die Persönlichkeitsrechte der Bürger eine entscheidende Bedeutung. "Da sind wir bei einem Verstoß schnell im Straf- oder Privatrecht", warnt Grimlowski vor einem allzu laxen Umgang mit dem Gesetz. Denn: Die Zahl der Drohnen und Multikopter nimmt auch in Rade rasant zu. "Das Angebot wächst, die Unkenntnis aber auch", sagt Grimlowski. Vielen sei etwa nicht bewusst, dass sie Luftverkehrsregeln beachten müssen, wenn sie ein solches Gerät starten lassen. Besondere An- und Abflugzonen wie zum Beispiel an kleineren Flugplätzen wie an der Leye müssten unbedingt beachtet werden, um unliebsame Begegnungen oder gar Kollisionen zu vermeiden. "Jeder Verantwortungsvolle muss sich vorher informieren, was er darf", rät Grimlowski. In Rade gebe es zwar seiner Meinung nach keine Flugverbotszone, aber sehr wohl Regeln, an die sich alle halten müssten.

(RP)
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