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Diskussion um die Reaktivierung der Bahnstrecke in Radevormwald

Eisenbahn in Radevormwald : Diskussion um die Reaktivierung der Bahn

Die Vereine „Wupperschiene“ und „Wuppertrail“ verfolgen die Ideen rund um die Bahnstrecke. Die Gespräche über eine Reaktivierung der Strecke für den ÖPNV hält Armin Barg für „sehr unglücklich“.

Dass sich die beiden Bürgermeister Johannes Mans (Radevormwald) und Andreas Mucke (Wuppertal) zu Gesprächen über eine Wiederbelebung der einstigen Bahnverbindung zwischen Beyenburg und Radevormwald getroffen haben, stößt auf ein geteiltes Echo. 

Eigentlich freut sich Armin Barg vom Vorstand des Vereins Wuppertrail, der die Draisinenfahrten auf der Strecke anbietet, auf eine hoffentlich wieder störungsfreie Saison 2021. Die Gespräche über eine Reaktivierung der Strecke für den ÖPNV hält er allerdings für „sehr unglücklich“, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont. Die Idee sei seiner Meinung nach völlig unausgegoren. Er sehe Wuppertrail als etabliertes Unternehmen in seiner Existenz gefährdet, wenn die Pläne in die Tat umgesetzt würden. Mehr als 7000 Fahrgäste auf den Draisinen pro Saison würden ja wohl eine deutliche Sprache sprechen. „Das sagt alles über den Erfolg unserer Idee aus“, findet Barg. Einen regelmäßigen Linienbetrieb auf der Strecke hält Barg für unmöglich. Und parallel könnten ÖPNV und Draisinen nicht fahren.

 Ulrich Grotstollen, Vorsitzender des Vereins Wupperschiene.
Ulrich Grotstollen, Vorsitzender des Vereins Wupperschiene. Foto: Büro Wolf

Barg spürt schon jetzt eine gewisse Unsicherheit bei den Fahrgästen. In den vergangenen Tagen seien vermehrt Anfragen gekommen, wie lange die Draisinen denn noch im Einsatz seien. Barg glaubt nicht, dass die Rhein-Sieg-Eisenbahn, die das Eisenbahnbundesamt vertritt, die Erlaubnis für einen regelmäßigen ÖPNV gebe. „Die sind auch für die Genehmigung zuständig und haben auch die Erlaubnis für die Fahrten mit den Draisinen gegeben“, sagt er.

Die Diskussion verfolgt auch Ulrich Grotstollen, Vorsitzender des Vereins Wupperschiene. Er fragt sich, ob es etwas bringt, wenn die Bahnstrecke in Wilhelmstal endet? „Es liegen noch 400 Meter Trasse ohne Gleise bis Krebsöge“, gibt er zu bedenken. Das Thema werde jetzt ganz sicher entwickelt, er wage aber nicht zu prognostizieren, wie schlussendlich entschieden wird. „Uns liegt viel an dem Verein Wuppertrail, weil die Draisinenfahrten den Tourismus in der Region ankurbeln und auch Geld bringen“, sagt Grotstollen.

 Armin Barg vom Vorstand des Vereins Wuppertrail.
Armin Barg vom Vorstand des Vereins Wuppertrail. Foto: Jürgen Moll

Es stelle sich sicher die Frage, wie beide Angebote – ÖPNV und Draisinenfahrten – zu integrieren sind. Grotstollen sieht diese Überlegungen aber noch ganz am Anfang und hat vorerst keine Angst um die Zukunft der Draisinenfahrten.