Radevormwald: Die Wupper-Talsperre wird 30 Jahre alt

Radevormwald : Die Wupper-Talsperre wird 30 Jahre alt

Die Talsperre, die 1987 fertiggestellt worden ist, dient dem Hochwasserschutz und der Wasserabgabe in Trockenzeiten. Sie ist die zweitgrößte Talsperre des Wupperverbandes und hat ein Fassungsvermögen von 25,6 Millionen Kubikmetern.

Seit 1987 erfüllt die Wupper-Talsperre, die am Schnittpunkt der Stadtgebiete Remscheid, Radevormwald und Hückeswagen liegt, wichtige Aufgaben für die Wasserwirtschaft in der Region. "Wenn es viel regnet oder die Wupper durch Schneeschmelze viel Wasser führt, leistet die Wupper-Talsperre im Verbund mit weiteren Talsperren an der oberen Wupper Hochwasserschutz für die unterhalb liegenden Gebiete", erläutert Jürgen Fries, Betriebsleiter der Brauchwassertalsperren beim Wupperverband. Davon profitiert insbesondere die Stadt Wuppertal. In Trockenzeiten nutzt der Wupperverband das gespeicherte Wasser, damit die Wupper nicht trocken fällt und mindestens 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde am Referenzpegel in Wuppertal führt.

Zudem ist die Talsperre heute für die Erholung und Freizeitgestaltung der Menschen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen von großer Bedeutung. Der Lebensraum für die Tiere ergibt sich besonders in den Vorsperren wie Feldbach, an der Alten Rader Straße in Lennep oder in Hückeswagen. Zu Freizeitaktivitäten nutzen viele Bergische die zahlreichen Einstiegstellen zur Talsperre, die aber zum großen Teil nicht offiziell freigegeben sind. Hinter der Kräwinkler Brücke auf Lenneper Gebiet gibt es den offiziellen Zugang zum Wasser auch für Boote.

Die Wupper-Talsperre wurde von 1982 bis 1987 gebaut und am 11. November 1987 im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten des Landes, Johannes Rau, feierlich in Betrieb genommen. Der Bau der Talsperre kostete seinerzeit 235 Millionen Mark, berichtet der Wupperverband. Das Land NRW unterstützte das Bauprojekt mit einem Zuschuss von 103 Millionen Mark für den Hochwasserschutz.

Als die Talsperre gebaut wurde, war dies zunächst ein erheblicher Einschnitt - sowohl für die Natur als auch für die dort lebenden Menschen. 750 Menschen mussten in dem Gebiet, in dem sich heute die 227 Hektar große Wasserfläche befindet, ihre Häuser verlassen. Das betraf besonders zahlreiche Bürger in der damaligen Ortschaft Kräwinklerbrücke. Auch auf der Seite des Wiebachtals gab es Veränderungen.

Ein Schritt, der vielen Betroffenen sehr schwergefallen ist, heißt es in einem Bericht des Wupperverbandes. Aus der Sicht des Wupperverbandes mit der Erfahrung extremen Hochwassers in den Jahren 1890, 1905, 1925/26 und 1946, aber auch der Trockenjahre wie 1959, hat sich der Bau bewährt. Nach den Erfahrungen hatten Mitglieder des Wupperverbandes (Kommunen der Region) und Behörden den Verband bestärkt, mit der Wupper-Talsperre den Hochwasserschutz und auch die Wasserabgabe maßgeblich zu verbessern. Fazit des Wupperverbandes: Die Wupper-Talsperre hat sich vielfach in nassen Monaten und auch Trockenphasen bewährt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE