Landtagswahl 2012: Die Verlierer in Siegerlaune

Landtagswahl 2012 : Die Verlierer in Siegerlaune

Für Thorsten Konzelmann (SPD) war's "ein wunderbarer Tag". Wieder konnte er das Direktmandat nicht holen, aber der Wahlsieg seiner Partei schien dem SPD-Politiker wichtiger. Grüne und FDP sind zufrieden. Fritz Ullmann zeigte sich enttäuscht über das schlechte Abschneiden der Linken.

Oberberg Thorsten Konzelmann und Dr. Roland Adelmann kamen kurz nach 19.30 Uhr im Gummersbacher Hohenzollernbad an. Dorthin hatte der Oberbergische Kreis zur Wahlparty eingeladen. Und auf Party hatten beide Direktkandidaten der SPD offensichtlich Lust. Verständlich — aus Sicht von Adelmann. Er hat sein Ziel erreicht und löst im zweiten Anlauf nach 2010 CDU-Mann Bodo Löttgen im Wahlkreis 24 (Oberberg-Süd) ab. Konzelmann dagegen ist die "Wachablösung" im Landtag nicht gelungen. Erneut hatte der Hückeswagener Peter Biesenbach die Nase im oberbergischen Norden deutlich vorn. Dennoch zeigte sich Konzelmann in Siegerlaune.

"Das ist ein wunderbarer Tag, wir sind die stärkste Kraft im Oberbergischen Kreis", sagte der Diplom-Verwaltungswirt. In die Freude über das gute Abschneiden der SPD landes- und kreisweit mischte sich auch ein persönlicher Triumph. "Bei der vorigen Landtagswahl hat Biesenbach 15 Prozent vor mir gelegen. Den Abstand habe ich mehr als halbiert — beim nächsten Mal packen wir das", sagte Konzelmann unter dem Jubel vor allem der jungen Parteimitglieder.

Gute Stimmung auch bei Annette Pizzato (FDP). Wer ihr gestern Abend begegnete, dem strahlte eine zufriedene Radevormwalderin entgegen. "Die Straßenarbeit hat sich gelohnt", sagte sie. Bei den Zweitstimmen holte sie für die FDP im Wahlkreis Oberberg-Nord 9,9 Prozent, bei den Erststimmen schaffte sie 4,2 Prozent. "Jetzt müssen wir am Ball bleiben", sagte sie. Schlüssel zum Erfolg seien Geschlossenheit und Gradlinigkeit. Das gute Auftreten des FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner habe bis nach Oberberg gewirkt. "Das hat sich ausgezahlt", sagte sie.

Das Gläschen Sekt schmeckte auch Elisabeth Pech-Büttner gestern Abend besonders gut. "Die Grünen haben sich behauptet, das ist ein sehr gutes Ergebnis", freute sie sich. Da sich der Rader Ortsverband erst vor Kurzem gegründet habe, fühle sie sich durch das gute Ergebnis in ihrer guten Arbeit vor Ort bestätigt. Das Abschneiden von Pro NRW (3,5 Prozent in Rade und zwei Prozent in Hückeswagen) zeige deutlich, dass die Politik viel Aufklärungsarbeit zu leisten habe.

Tiefe Enttäuschung dagegen herrschte bei Fritz Ullmann von den Linken. Mit weniger als zwei Prozent in Hückeswagen und in Oberberg könne er nicht zufrieden sein. "Aber das Ergebnis ist nicht das Ende der Welt und auch nicht das Ende der Politik", sagte er. Er sei seit 2000 parteipolitisch aktiv und werde weitermachen. "Viele Wähler haben sich zu sehr auf den Zweikampf CDU gegen SPD konzentriert", meinte der Radevormwalder. Forderungen und Standpunkte der Linken seien richtig gewesen, man habe sie aber nicht ausreichend zu den Menschen transportieren können.

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