Radevormwald: Die Sonnen-Apotheke schließt

Radevormwald : Die Sonnen-Apotheke schließt

Sylvia Hanatschek geht mit 67 Jahren in den Ruhestand und verlässt nach 25 Jahren die Sonnen-Apotheke am Marktplatz. Am Freitag, 31. Mai, wird die Apotheke geschlossen.

"Bei diesen schlechten Rahmenbedingungen einen Nachfolger zu finden ist leider unmöglich", sagte die Apothekerin.

Nachdem sie die Apotheke 1988 erst gepachtet und 1997 gekauft hatte, wurde sie das Gesicht der Sonnen-Apotheke. Ursprünglich gegründet wurde die Apotheke 1958 von Gertraut Karth. "Meine Liebe zu dem ursprünglichen Apothekerberuf war schon immer sehr groß. Leider ist diese Tradition in den letzten Jahren immer mehr zerstört worden", sagte die 67 jährige, die ursprünglich aus Remscheid kommt. "Ich schließe die Apotheke aus Vernunft. Mein Gefühl sagt etwas ganz anderes. Wie ich meinen Alltag in Zukunft gestalten werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich in anderen Apotheken als Vertretung arbeiten. Denn ganz aufhören möchte ich noch nicht."

Studiert hat Sylvia Hanatschek in Bonn, nachdem sie ihr Vorexamen in Düsseldorf ablegte. Mit ihren Freunden aus dem Studium ist sie immer noch in regem Kontakt. "Meine Freunde haben mir schon lange geraten, die Apotheke zu schließen. Die meisten von ihnen haben diesen Schritt bereits hinter sich." Eine Zeitungsanzeige, die das Staatsbegräbnis der traditionellen Apotheke verkündete, sprach der Apothekerin vor zehn Jahren aus dem Herzen. "Traditionelle Apotheken wie meine können dank den Krankenkassen und der Politik nicht mehr überleben", sagte die Apothekerin.

In ihrem Büro bewahrt sie viele Utensilien der alten Apothekertradition auf, die ihr besonders wichtig sind. Die drei Mitarbeiter von Sylvia Hanatschek sind genau wie die vielen Stammkunden der Apotheke traurig über das Ende. "Der Kontakt zu meinen Mitarbeiten und zu den Kunden war mir immer wichtig. Wir haben jahrelang zusammengearbeitet."

Nach positiven Erinnerungen muss die Apothekerin nicht lange suchen. Das Apothekenjubiläum vor fünf Jahren hat ihr besonders gefallen. "Dort haben wir viele Aktionen angeboten. Wir haben unteranderem vorgeführt, wie Pillen früher hergestellt oder besser gesagt gedreht wurden. Ich verbinde nur positive Aspekte mit der Apotheke. Ich habe jeden Arbeitstag genossen." Diesen Sonntag tritt Sylvia Hanatschek ihren allerletzten Notdienst an. Darüber ist sie allerdings froh. "Ich habe in den letzten Monaten so viele Sonn- und Feiertage den Notdienst übernommen. Den werde ich nicht vermissen", sagte sie lachend.

(trei)
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