Radevormwald: Die Erwartungen der Unternehmen sind leicht gesunken

Radevormwald : Die Erwartungen der Unternehmen sind leicht gesunken

Fachkräftemangel und internationale Spannungen trüben das Ergebnis der Konjunkturumfrage der IHK für das Frühjahr.

Gute Stimmung, gute Auslastung und leichte Zurückhaltung beim Export - so lautet das Ergebnis der Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Köln für den gesamten Bezirk. Doch nicht in jeder Region sind die Unternehmen so optimistisch.

Im Oberbergischen Kreis sind die Erwartungen leicht zurückgegangen. Knapp die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) sehen ihre Lage weiterhin als gut an. Neun Prozent bewerten ihre Lage als schlecht. Die Erwartungen zur Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind leicht gesunken. Die Unternehmen blicken etwas weniger zuversichtlich in die Zukunft, 69 Prozent sehen die Lage gleichbleibend, 21 Prozent erwarten Verbesserungen. Hinsichtlich der Beschäftigungspläne sind die Unternehmen expansiver: 32,2 Prozent planen mehr Mitarbeiter.

Als Hauptrisiko für die Geschäftsentwicklung melden die Unternehmen das dritte Mal in Folge den Fachkräftemangel. Diese Einschätzung teilen Baugewerbe, Hotel- und Gaststättengewerbe, Gesundheitswirtschaft, Groß- und Einzelhandel, Verkehrsgewerbe, Immobilienwirtschaft, Informationswirtschaft, Versicherungswirtschaft und Unternehmensberatungen sowie Unternehmen der Industriebranchen Elektro, Gummi, Kunststoff, Maschinenbau, Nahrungs- und Genussmittel. "Es ist für die Unternehmen zusehends schwieriger, altersbedingt ausscheidende Mitarbeiter durch qualifizierte Nachwuchskräfte zu ersetzen. Wir unterstützen in dieser Situation mit unserer Fachkräfteberatung", sagt Michael Sallmann, Leiter der Geschäftsstelle Oberberg der IHK Köln. Sorgen bereiten den Unternehmen zusätzlich die gestiegenen Arbeitskosten und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, hierbei besonders die Steuer- und Abgabenlast, die Zinsentwicklung, eine schlechte Breitbandabdeckung sowie drohende Dieselfahrverbote.

Bei geplanten Investitionen stehen im gesamten IHK-Bezirk nach wie vor die Ersatzbeschaffungen im Vordergrund (62 Prozent), höhere Investitionen planen dabei besonders die Nahrungs- und Genussmittelproduktion, der Großhandel, die Chemie- und Pharmaindustrie, die Kreditwirtschaft, Informationswirtschaft und das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Einstellungsbereitschaft nimmt im Frühjahr in der gesamten Region Köln noch einmal leicht zu. 33,4 Prozent aller befragten Unternehmen geben an, in den kommenden Monaten weitere Mitarbeiter einstellen zu wollen.

Der stetige und breit angelegte Aufschwung der deutschen Wirtschaft spiegelt sich auch in den Einschätzungen der regionalen Unternehmen. Der Binnenkonsum bleibt der Umfrage zufolge eine tragende Säule der Konjunktur - gestützt auf die weiterhin gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. So ist auch in der Kölner Region die Auslastung der Unternehmen gut, auch wenn die Auftragseingänge in der Industrie leicht abgenommen haben und die Exporterwartungen insgesamt zurückhaltender sind. Die IHK Köln hat im Zeitraum März/April die Unternehmen in Köln, Leverkusen, Rhein-Berg, Rhein-Erft und Oberberg zur Konjunktur befragt, 721 Antworten sind in die Erhebung eingeflossen.

"Neun von zehn Unternehmen im Bezirk der IHK Köln bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das Allzeithoch aus der Januar-Umfrage wurde zwar nicht mehr ganz erreicht, aber der aktuelle Stand ist der dritthöchste seit dem Jahr 2000", sagt Sallmann. Nur noch sechs Prozent der Unternehmen in der gesamten Region bewerten ihre Lage als schlecht. Auch die Erwartungen der Unternehmen an die Entwicklung der kommenden zwölf Monate sind zuversichtlich. Der IHK-Konjunkturklimaindikator klettert entsprechend von 126,9 Punkten (Winter 2017/2018) auf aktuell 127,2 Punkte.

"Der Optimismus ist ungebrochen, das zeugt von der stabilen Wirtschaftslage in der Kölner Region", erklärt Sallmann. "Allerdings verunsichern die Risiken im internationalen Umfeld zunehmend, das handelspolitische Umfeld ist deutlich schwieriger geworden." Sorge bereiten den Unternehmen Protektionismus, Handelsbarrieren und Zölle.

(cha)
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