Der Hospizverein Radevormwald kooperiert mit dem ASB-Wünschewagen

Hospizverein : Wünsche für Schwerstkranke erfüllen

Der Ökumenische Hospizverein kooperiert mit dem Arbeiter-Samariter-Bund. Mit dem Wünschewagen des ASB soll Sterbenden bestimmte letzte Wünsche erfüllt werden. Beim Rader Stadtfest am 11. Mai steht der Wagen auf dem Markt.

Manchmal braucht es einen Impuls für eine großartige neue Idee. Wie im Falle eines anonymen Spenders aus Radevormwald, der an den Ökumenischen Hospizverein Radevormwald herangetreten ist und dem Vorstand einen Vorschlag unterbreitet hat. „Er wollte uns einen sogenannten Wünschewagen anschaffen. Allerdings war das dann doch zu teuer – die reinen Anschaffungskosten so eines vollausgerüsteten Wagens liegen bei etwa 150.000 Euro“, sagte Heinrich Schultheis vom Hospizverein. Ein Wünschewagen sei ein Transporter, in dem eine ehrenamtliche Mannschaft aus Sanitätern, Ärzten und Helfern sterbenden Menschen letzte Wünsche erfülle. Solche Wünschewagen habe der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in ganz Deutschland im Einsatz. „Wir hatten dieses Angebot im Verein gar nicht auf dem Schirm, die Idee dazu kam tatsächlich über den Spender auf“, sagte Schultheis. Der Spender werde nun jährlich 2500 Euro an den ASB spenden sowie 2500 Euro an den Hospizverein. Die Idee zum Wünschewagen kam gratis obendrauf.

Denn Vereinsmitglieder machten sich in der Folge auf den Weg nach Erftstadt, dessen ASB-Ortsverein für Radevormwald zuständig ist. „Die haben im Vorjahr einen neuen Wagen angeschafft, den haben wir uns angesehen“, sagte Schultheis. Zwischenzeitlich hätten jedoch die Zuständigkeiten gewechselt, so dass nunmehr der ASB in Essen für Rade zuständig wurde. „In Nordrhein-Westfalen gibt es insgesamt drei Wünschewagen – in Münster, Erftstadt und Essen“, sagte Schultheis. Die Idee, sterbenden Angehörigen noch einen Wunsch zu erfüllen sei zwar nicht neu, könne in der Regel aber nur im Kleinen umgesetzt werden, sagt Barbara Kohnen vom Hospizverein. „Oft lässt der Zustand des Sterbenden das ja nicht zu. Wobei eben in einem Wünschewagen ein komplettes Team und medizinische Versorgung mit dabei sind.“

Damit könnten dann etwa Wünsche erfüllt werden, die den Sterbenden viel bedeuteten. „Es ist natürlich nicht als Shuttle-Service gedacht, um noch einmal Tante Herta in der Nachbarstraße zu besuchen“, betont Schultheis. Bei den Wünschen gehe es vielmehr um einen letzten Besuch im Stadion beim Lieblingsteam, ein besonderes Konzert zu erleben oder eben zu weiter entfernteren Orten zu fahren. „In der Regel sind die Wünsche in einem Tag zu erfüllen, manchmal kann allerdings auch eine Übernachtung enthalten sein“, sagte Schultheis. Er habe die Organisation im Hospizverein übernommen. Wichtig sei, dass für die Sterbenden keinerlei Kosten entstünden. „Das Ganze finanziert sich über Spenden und das Ehrenamt“, sagte Schultheis. Die fünf bis sechs Mitarbeiter an Bord seien ehrenamtlich unterwegs, Anschaffung und Unterhalt der Wagen sowie die Kosten des Ausflugs würden über Spenden finanziert.

Das Prinzip sei nun ganz einfach. „Wir stellen den Kontakt her. Es soll natürlich auch ein wenig Werbung für unseren Verein sein“, sagte Schultheis. Denn auch wenn jemand nicht von den Ehrenamtlichen im Radevormwalder Hospizverein begleitet werde, könnte er oder sie den Kontakt zum Verein aufnehmen. „Vielleicht kann dadurch ja auch eine Begleitung entstehen – und vielleicht bleibt ja auch der eine oder andere Angehörige dann dem Verein treu“, sagte der neue Vorsitzende des Hospizvereins Georg Kalkum. Und natürlich könne die Idee einer Fahrt auch im Rahmen einer Begleitung aufkommen. Der Begleiter könne dann auch an der Fahrt teilnehmen, auch die Teilnahme von Angehörigen sei grundsätzlich möglich.

Der Bedarf in Radevormwald sei natürlich jetzt noch nicht abzusehen. Dennoch habe man eine eigene Telefonnummer und E-Mail-Adresse für den Wünschewagen eingerichtet. „Die Pflege der Kontakte habe ich übernommen“, sagte Schultheis, der bis vor kurzem noch im erweiterten Vorstand aktiv war, sein Beisitzer-Amt aber wegen eines Ortswechsels zuletzt abgegeben hatte.

Wer neugierig geworden ist und sich den Wünschewagen einmal in aller Ruhe ansehen möchte, müsse nicht bis nach Essen fahren, sagte Schultheis weiter. „Wir haben den Wünschewagen am Samstag, 11. Mai, zum Radevormwalder Stadtfest auf dem Marktplatz zu Gast. Da kann man sich das Auto und seine Ausstattung einmal ganz in Ruhe und von innen und außen genau ansehen.“

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