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Corona-Ausbruch im Haus Thiele in Radevormwald

Pandemie in Radevormwald : Corona-Ausbruch im Haus Thiele

Aktuell 24 Bewohner und Mitarbeiter sind positiv auf das Virus getestet worden. Alle Beschäftigten, die seit 13. April im Haus Thiele auch nur zeitweise eingesetzt waren, wurden verpflichtet, sich in häusliche Quarantäne zu begeben.

Als der Oberbergische Kreis am Donnerstag die neuesten Corona-Zahlen veröffentlichte, stockte einem der Atem: Die Zahl der Infizierten in Radevormwald war von 56 am Mittwoch auf 91 am Donnerstag in die Höhe geschnellt. Die Erklärung für diesen rasanten Anstieg findet sich in einer neuen Allgemeinverfügung des Kreises, nach der es in der Pflegeeinrichtung Haus Thiele in Keilbeck zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen ist. Betroffen davon sind aktuell sieben Mitarbeiter und 17 Bewohner aus allen drei Wohnbereichen des Hauses, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Alle Beschäftigten, die seit 13. April im Haus Thiele auch nur zeitweise eingesetzt waren, wurden verpflichtet, sich in häusliche Quarantäne zu begeben – ausgenommen sind nur die vollständig geimpften Personen, als solche gelten Personen 14 Tage nach der zweiten Impfung – und die immungesunden Beschäftigten, das sind solche, die in Vergangenheit eine bestätigte Infektion durchgemacht haben und mit einer Impfstoffdosis mindestens 14 Tage zurückliegend geimpft sind. Die Maßnahmen im Haus Thiele gelten bis einschließlich 3. Mai.

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Die Leiterin der Einrichtung, Janine Rittinghaus, wollte sich am Donnerstag zu dem Ausbruch nicht näher äußern und verwies auf den Träger des Hauses „Wecare“ aus Essen. Nur so viel: „Wir halten uns an alle Verfügungen“, sagte Janine Rittinghaus. Die für das Haus Thiele zuständige Sprecherin des Trägers, Marina Hümmer, aus Nürnberg, bestätigte auf schriftliche Anfrage unserer Redaktion, dass in der Einrichtung sämtliche geforderten Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten wurden und werden. „Ob das Virus von Mitarbeitenden oder Besuchern in die Einrichtung getragen wurde, können wir nicht ermitteln“, berichtet sie. Die geltenden Quarantänevorschriften würde das Haus sehr ernst nehmen und befolgen, „auch wenn das eine veränderte Personalsituation bedeutet. Wir achten stets darauf, dass die Versorgungs- und Betreuungssituation unserer Bewohner nicht darunter leidet. Dies gelingt uns in solchen Fällen durch die Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern oder auch durch das Aushelfen nicht-infizierter Kollegen“, teilt die Sprecherin mit.

Die Krankheitsverläufe bei den Betroffenen verlaufen bislang sehr milde, eventuelle Veränderungen würden beobachtet und dokumentiert. Für den 28. April sei eine weitere PCR-Testung durch das Gesundheitsamt geplant. „An diesem Termin wird auch entschieden, ob das bestehende Betretungsverbot verlängert wird“, kündigt Marina Hümmer an. Die Impfquote bei Mitarbeitenden liege bei 65 Prozent, bei den Bewohnern bei 94 Prozent. „Damit liegen wir mit beiden Werten im bundesweiten Durchschnitt“, schreibt die Sprecherin.

Natürlich sei die aktuelle Corona-Situation für alle Beteiligten nicht einfach – der Einsatz und der Zusammenhalt innerhalb des Teams sei aber bemerkenswert – und entsprechend positiv schaue die Einrichtung nach vorne.