Radevormwald: Chancen für Förderschüler

Radevormwald: Chancen für Förderschüler

Fabio Russo (17) hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Sein Praktikum bei Michael Spallek macht ihm Spaß, in der Landwirtschaft gibt es neue Perspektiven. Mit Christian Buchholz hat die Armin-Maiwald-Schule Verstärkung.

Die Chancen für Förderschüler, eine Ausbildungsstelle auf dem freien Arbeitsmarkt zu bekommen, sind eher schlecht. Besonders nach dem Rezessionsjahr 2009. Viele Unternehmen zögern mit Neueinstellungen und der Bereitstellung von Ausbildungsangeboten.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, wenden Schulleitung und Lehrer der Armin-Maiwald-Schule aus Bergerhof besonders viel Zeit für die Berufsvorbereitung auf. Diese Aktivitäten werden nun noch ausgebaut. Der 37-jährige Sonderpädagoge Christian Buchholz soll das Kollegium vor allem bei der Individualförderung unterstützen. "Das ist für uns eine sehr große Erleichterung", freute sich Lehrer Karl Friedrich Herberg bei einem Praktikumsbesuch in den Räumen der Firma Michael Spallek.

Mit Fabio Russo absolviert gerade eine Schüler der Schule ein dreiwöchiges Praktikum an der Ecke Ülfe-Wuppertal-Straße/III: Ülfe. Für den 17-Jährigen ist es die dritte Stelle innerhalb von drei Schuljahren. Nachdem er zweimal in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb hineingeschnuppert hatte, fiel die Wahl jetzt auf ein Unternehmen für Pflanzenproduktion und Landmaschinentechnik.

Auf einzelne Schüler eingehen

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"Es gefällt mir hier sehr gut", sagte der Schüler, der in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Aufgaben erledigte, wie den Reifenwechsel bei einem Trecker. "Fabio ist ein Mann der Praxis", bestätigte Herberg das Talent des Schülers für die handfesten Dinge. Und auch der Michael Spallek ist mit seinem Schützling zufrieden. In seinem Betrieb habe es auch schon mal andere Fälle gegeben. "Diese kamen aber nicht von der Armin-Maiwald-Schule", sagte der Unternehmer.

Gemeinsames Ziel ist es nun, den 17-Jährigen fit für eine Ausbildungsstelle zu machen. Sollte Fabio Russo keine entsprechende Stelle finden, hat er drei weitere Möglichkeiten. "Er könnte auf ein Berufskolleg wechseln, einen Lehrgang beim Kolpingbildungswerk absolvieren oder einen Internatslehrgang am Berufskolleg Olsberg, Hochsauerlandkreis besuchen", erklärte Herberg.

Zurzeit besuchen 32 Schüler die Oberstufe mit den Klassen 8 bis 10. Mindestens drei von ihnen bedürfen laut Buchholz der besonderen Aufmerksamkeit. "Fabio gehört auf keinen Fall dazu. Er will", stellte der Sonderpädagoge lobend fest. Schwieriger sei das bei Schülern, um die er sich nun kümmern will.

"In einem Fall liegt zum Beispiel ein schwieriges Elternhaus vor. Der Schüler zeigt wegen eines falschen Leitbildes eine bisher nur mangelnde Motivation", nannte Buchholz ein Beispiel. Das Kollegium ist zuversichtlich. "Christian Buchholz wird uns zwei Jahre lang mit einer halben Stelle gut unterstützen", erklärte Herberg.

(RP)