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Café im Haus Hürxthal in Radevormwald wieder geöffnet

Verein „aktiv55plus“ aus Radevormwald ist der neue Träger : Café im Haus Hürxthal wieder geöffnet

Der Verein „aktiv55plus“ ist der neue Träger der Einrichtung, nachdem sich die Ökumenische Initiative zurückgezogen hatte. Das Café öffnet an drei Tagen die Woche für knapp 16 Stunden und soll für alle Generationen ein Treffpunkt sein.

Strömender Regen, peitschender Wind, fiese Kälte – keine guten Voraussetzungen, um das Café in der Begegnungsstätte im Haus Hürxthal am Schlossmacherplatz wieder zu eröffnen. Aber auf das Wetter hatte der neue Träger, der Verein „aktiv55plus“ nun mal keinen Einfluss, und so öffnete sich am Mittwochmorgen um 10 Uhr wie geplant die Tür zum Café. Der Trägerverein ist ja bereits mit anderen Angeboten in der Begegnungsstätte am Schlossmacherplatz aktiv und ist fortan auch Café-Betreiber, nachdem sich die Ökumenische Initiative aus Wipperfürth zurückgezogen hatte. Entweder Michaela Thiel oder Silke Richartz-Händeler begrüßen die Gäste, bewirten sie mit Getränken, stehen für Gespräche und Auskunft zur Verfügung. Außerdem übernehmen die beiden Mitarbeiterinnen die Buchung der Räume, die heute schon von vielen Gruppen genutzt werden.

Kyra Springer, Koordinatorin des Trägervereins, ist froh, dass das Café pünktlich zur Adventszeit öffnen kann, denn jetzt beginnt wieder die einsame Zeit für viele gerade ältere Menschen. „Ich höre so oft die Frage, wo sollen wir denn hin? Da haben wir jetzt eine gute Antwort“, sagt sie. Kyra Springer weiß, dass die Adventszeit und die Wochen vor Weihnachten auch für viele Radevormwalder eine sentimentale Zeit ist, in der ganz viel Traurigkeit hochkommt. Und dann auch noch Corona. „Viele wissen nicht, ob sie ihre Enkel sehen können“, sagt Kyra Springer, die aber auch weiß, dass die Eröffnung eines Cafés mitten in einer Pandemie und dramatisch steigenden Infektionszahlen ein Wagnis ist. Auf der einen Seite Begegnung, auf der anderen Seite Kontaktbeschränkungen. Wie geht das?

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„Es ist ein Spagat, eine Gratwanderung“, sagt Kyra Springer, „wir müssen da einen guten Mittelweg finden.“ In der Begegnungsstätte gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) – und das wird auch am Eingang kontrolliert. Außerdem gelten die längst üblichen Hygieneregeln wie Handdesinfektion, Abstand und Maske bis zum Sitzplatz. Kyra Springer hofft durch das Café auf ein kleines Angebot mit großer Wirkung, „das einigen Menschen vielleicht über den Tag hilft“, sagt sie. Auch Bürgermeister Johannes Mans und Volker Grossmann, Leiter des Sozialamtes, kamen zur Eröffnung. „Das hier ist ein soziales Angebot, das für uns als Stadt gesetzt ist. Wir haben das Haus langfristig gemietet und wollen nun in der ersten Zeit schauen, wo die Bedarfe liegen“, sagte Mans. Menschen bräuchten einen Raum für Begegnung. Ob es da dann auch zusätzliche Angebote wie zum Beispiel am Heiligabend geben kann, werde die Erfahrung zeigen. Mans möchte gerne mit der Hürxthal-Stiftung eng kooperieren und schauen, was in Zukunft noch alles möglich ist, um Menschen aus ihrer Einsamkeit und Isolation herauszuholen. Kyra Springer ist es jetzt aber erstmal wichtig, dass der normale Betrieb läuft, sich die Abläufe einspielen, jeder weiß, wie die Spülmaschine funktioniert, wo der Müll entsorgt wird. „Die Gäste sollen hier einfach reinkommen können – und ich finde es wichtig, wenn die Menschen auch nicht kommen, dass sie zumindest wissen, dass sie kommen könnten“, sagt sie. Anfangs werde es sicher auch mal im Ablauf ruckeln, aber das werde sich legen. Zur Eröffnung standen schon Kerzen auf den Tischen, Michaela Thiel hatte auch Tannenzweige mitgebracht, die sie noch hübsch platzieren wollte. „Das ist einfach mal eine ganz andere Aufgabe“, sagt die 53-Jährige. Sie freue sich auf den Kontakt mit den Gästen, auf die Gespräche und das Miteinander.

Kyra Springer wirbt für das Café per Aushang und über Facebook. Und wenn der Betrieb mal richtig läuft, dann sind zusätzliche Angebote durchaus möglich. Die beiden Mitarbeiterinnen jedenfalls sprühen nur so vor Tatendrang, haben viele Ideen. „Wir wollen aber bescheiden beginnen. Die Leute sollen eine Anlaufstelle haben, einen Treffpunkt mit festen Zeiten an drei Tagen die Woche“, sagt Kyra Springer.