Kirchenmusik in Radevormwald Caecilia St. Marien feiert 160 Jahre Chorgesang

Radevormwald · Wermutstropfen am großen Festtag: Weil Chorleiter Bernhard Nick krankheitsbedingt kurzfristig ausgefallen war, entfiel die Aufführung der extra einstudierten Messe in A-Dur von Christopher Tambling.

Ehrungen bei Caecilia (v.l.): Klaus Bartsch (zehn Jahre Mitgliedschaft), Hans-Josef Bornewasser (65 Jahre), Michael Scholz (50 Jahre), Achim Sommer (60 Jahre), Pfarrer und Präses Marc D. Klein, Klaus Becker (60 Jahre).

Ehrungen bei Caecilia (v.l.): Klaus Bartsch (zehn Jahre Mitgliedschaft), Hans-Josef Bornewasser (65 Jahre), Michael Scholz (50 Jahre), Achim Sommer (60 Jahre), Pfarrer und Präses Marc D. Klein, Klaus Becker (60 Jahre).

Foto: Markus Konrad

Das hatten sich die Sänger schon etwas anders vorgestellt: Die Feier zum 160-jährigen Bestehen des Kirchenchores Caecilia von St. Marien wurde mit einem lachenden und einem weinenden Auge gefeiert. Denn Chorleiter Bernhard Nick war krankheitsbedingt kurzfristig ausgefallen und musste schweren Herzens, wie auch die Sänger, auf die Aufführung der extra zu diesem Anlass einstudierten Messe in A-Dur von Christopher Tambling verzichten.

Auch Martin Storbeck war traurig, hatte er doch auch viel Zeit in das Üben der Orgelbegleitung investiert und gemeinsam mit den Sängern und Bernhard Nick eine gute Generalprobe gehabt, die nochmals neue Energie für den Sonntag freigesetzt hatte. So fand denn dann das Festhochamt am Sonntag ohne mehrstimmigen Chorgesang statt. „Aber dieses wird schnellstmöglich nachgeholt, denn die Sänger brennen darauf, ihre Musik zu machen“, berichtet Nick. Trotzdem hätten die Sänger des Jubiläumschores das Feiern nicht verlernt und vergessen. Nach dem Festgottesdienst wurde im Caritashaus dem Anlass entsprechend gefeiert. Der Vorsitzende des Chores, Achim Sommer, begrüßte die Sänger und Präses Pfarrer Marc D. Klein im durch das Vorstandsteam und die unterstützenden Hände einiger Ehefrauen festlich geschmückten Caritashaus. Kurz und prägnant warf Sommer einen Blick von der Gründung durch Lehrer und Kantor Johann Halberschmidt 1862 bis heute auf die reiche Chorgeschichte. Bemerkenswert und wahrscheinlich grundlegend wichtig für sein Bestehen ist die Offenheit des Chores und die große Lernbereitschaft für neue Entwicklungen in der Kirchenmusik, ohne jedoch die Grundmotivation, zur Ehre Gottes zu singen aus den Augen zu verlieren.

„Standen früher Gregorianik und Werke des restaurativen Caecilianismus im Focus, sind es heute neben Werken aus den Epochen der Klassik und Romantik, Werke noch lebender Komponisten, die mitunter auch zum Swingen einladen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Nick. Für einige Gemeindemitglieder sei der Chor die „Boygroup“ der Gemeinde geworden. 

Ein anderes Fundament des Chores ist die Kameradschaft untereinander, die auch ausgiebiges Feiern ermöglicht. Zu erwähnen sind laut Nick die legendäre Wanderung am 1. Mai, viele Chorausflüge und Proben zum Ferienbeginn. Da habe sich in den vergangenen 160 Jahren nicht viel geändert. Die Jubilare, die schon Jahrzehnte den Chor mitgetragen haben, könnten das nur bestätigen.

Nach der Ansprache des Vorsitzenden betonte Präses Klein die wichtige Bedeutung des Chores für die Gestaltung der Liturgie und für die Gemeinde und dankte den Sängern für ihr Engagement. Für die Zukunft wünschte er dem Chor Gottes reichen Segen. Danach überreichte er den Jubilaren die Ehrenurkunden des Diözesancäcilienverbandes des Erzbistums Köln.

Auch ohne Chorleiter gelang es dem Chor, mit „Amazing grace“, „Halleluja“ von Cohen und dem „Kölschen Stammbaum“ einige Lieder zu singen, was Sänger und Gäste sehr erfreute und zum Mitsingen anregte. 

Ein festliches Essen, das das rührige Vorstandsteam ebenfalls organisierte, beendete den Jubiläumstag für die Sänger der Caecilia am frühen Abend.

Der neue Termin für die Aufführung der „Tambling Messe“ wird laut Nick rechtzeitig bekannt gegeben. Der Chor probt jeden Donnerstag ab 19.30 im Caritashaus, Hohenfuhrstraße 16.

(rue)