Nach Kaffeefahrtenverbot in Radevormwald: "Bürgerbusvereine werden sehr unterschiedlich behandelt"

Nach Kaffeefahrtenverbot in Radevormwald: "Bürgerbusvereine werden sehr unterschiedlich behandelt"

Die ehrenamtlichen Fahrer in Rade fühlen sich wegen des Verbots von Sonderfahrten ungerecht behandelt. Doch wie wird es anderswo geregelt?

Schluss mit Kaffeefahrten, Schluss mit Ausflügen für Kita-Kinder - die Mitglieder des Bürgerbus-Vereins Radevormwald sind traurig, dass ihnen die Behörden diese Aktivitäten untersagt haben. In den vergangenen Monaten versuchten Vereinssprecher Wolfgang Schneidewind und seine Mitstreiter, bei der Bezirksregierung Köln eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen - selbst Bürgermeister Johannes Mans legte sich ins Zeug. Vergeblich.

Jürgen Burmeister aus Duisburg gehört zum Vorstand des Vereins "Pro Bürgerbus NRW", legt aber Wert darauf, dass er seine Meinung hier als Privatmann darlegt. "Prinzipiell wird das Thema mit den Sonderfahrten von den Behörden streng geregelt", sagt er. "Es soll keine Konkurrenz zu Taxi-Unternehmen entstehen." Offensichtlich, meint der Duisburger, sei man bei der Bezirksregierung Köln zur Ansicht gelangt, die Rader hätten den Bogen überspannt. Burmeister räumt ein, dass diese Frage je nach Bundesland anders geregelt wird. "In Niedersachsen ist es beispielsweise üblich, dass 20 Prozent der Bürgerbusfahrten für solche Anlässe vorgesehen sind."

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Wolfgang Schneidewind hatte darauf verwiesen, dass auch in NRW offenbar manche Behörden toleranter seien - und auf das Beispiel Menden verwiesen, wo der Bürgerbusverein Stadtrundfahrten veranstalte. Auf Anfrage der BM wollten sich die Verantwortlichen des dortigen Vereins allerdings nicht äußern. Und eine tolerantere Linie bei der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg ist nicht zu erkennen. Deren Sprecher Benjamin Hahn, teilt unserer Zeitung mit: "Bürgerbusse dienen lediglich dem Zweck, den lokalen ÖPNV an den Stellen zu ergänzen, an denen aus wirtschaftlichen Gründen kein Linienverkehr mit klar definierter Strecke angeboten werden kann. Ausnahmegenehmigungen davon sind grundsätzlich nicht möglich." Was den Verein in Menden angehe, so plane dieser "die Beantragung einer weiteren Linie, deren Streckenverlauf touristisch orientiert ist." Ob das genehmigt wird, sei aber nicht abzuschätzen.

Was den Umgang von Behörden und Verkehrsunternehmen mit den Bürgerbusvereinen in NRW angeht, hat Jürgen Burmeister schon viel gehört. "Die Vereine werden sehr unterschiedlich behandelt. Manche Verkehrsbetriebe freuen sich über die Ergänzung durch den Bürgerbus." Andere behandelten die ehrenamtlichen Busfahrer quasi wie Handlanger. "Denen wird dann jede Kleinigkeit in Rechnung gestellt", sagt Burmeister.

(s-g)