1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Bürgerbusverein in Radevormwald will im Juni wieder starten

Verein in Radevormwald : Bürgerbusverein möchte im Juni wieder mit Fahrten beginnen

Der Neustart wird derzeit in Gesprächen mit dem Kreis, dem Ordnungsamt und der OVAG vorbereitet. Landrat Jochen Hagt betont, wie wichtig die Bürgerbuslinien für ältere Menschen sind. Doch für diese Risikogruppe müssten die Sicherheitsmaßnahmen hoch sein.

Nachdem auch die Bürgerbusse in Radevormwald Mitte März wegen der Corona-Pandemie vorerst keine Fahrgäste mehr befördern durften, bereiten die Vereinsmitglieder in Abstimmung mit Kreis, OVAG und Ordnungsamt nun den Neustart des Bürgerbusverkehrs vor. „Wir möchten am 9. Juni wieder mit den Fahrten beginnen“, erklärt Wolfgang Schneidewind, der Pressesprecher des Bürgerbusvereins Radevormwald. Allerdings gelte dieses Datum mit Vorbehalt, denn vorher muss noch einiges zur Sicherheit der Fahrgäste und Fahrer vorbereitet werden.

Landrat Jochen Hagt, so teilt der Kreis mit, unterstütze das Engagement der Bürgerbusvereine, weise aber gleichzeitig darauf hin, dass der Service nur unter strengen Auflagen erfolgen kann: „Die Einschränkungen der Mobilität in der Corona-Krise treffen insbesondere ältere Menschen.“ Insofern habe er Verständnis dafür, dass die Bürgerbusse ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die Fahrgäste, wie auch die ehrenamtlich tätigen Fahrerinnen und Fahrer gehörten allerdings meist zur Risikogruppe, gibt der Landrat zu bedenken. „Deshalb kann diese ehrenamtliche Dienstleitung nur erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass alle Teilnehmenden bestmöglich vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt sind.“

In Bürgerbussen seien die räumlichen Verhältnisse anders, als in (Linien-)Bussen und in Zügen. „Ich unterstütze daher die Forderung des Dachverbandes ‚Pro Bürgerbus NRW‘, dass der Schutz der Fahrgäste und der Fahrerinnen und Fahrer an erste Stelle stehen muss“, sagt Landrat Jochen Hagt.

Um diesen ehrenamtlichen Dienst zu unterstützen, hat der Oberbergische Kreis Kosten für Schutzmaßnahmen übernommen, etwa zur Anschaffung von Hygieneschildern. Dabei handelt es sich um Abtrennungen, die zwischen Fahrer- und Fahrgastbereich angebracht werden. Zusätzlich stellt der Oberbergische Kreis insgesamt 1500 Masken für Bürgerbusvereine bereit, die ihre Fahrdienste wieder anbieten.

„Uns wurde mitgeteilt, dass die Abtrennungen uns von der OVAG zur Verfügung gestellt werden“, berichtet Wolfgang Schneidewind. „Wir warten täglich darauf.“ Übrigens gebe es keine Verpflichtung der Fahrer, ihren ehrenamtlichen Dienst aufzunehmen, falls sie gesundheitliche Bedenken haben. Etwas irritiert hat die Mitglieder des Rader Vereins die Nachricht, dass nicht mehr als vier Personen gleichzeitig in den Fahrzeugen befördert werden dürfen. Eine Bestätigung dieser Einschränkung gab es am Freitag vom Kreis auf Nachfrage nicht.

In 2019 gab es 221 gemeldete Fahrer in zehn Bürgerbusvereinen. Ein Verein in Marienheide startet ab diesem Jahr. Die Bürgerbusse in Nümbrecht und Lindlar werden zusätzliche Fahrzeuge anschaffen, so dass im Oberbergischen Kreis dann 18 Bürgerbusfahrzeuge fahren