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Booster-Marathon an der Radevormwalder Sekundarschule

Corona-Pandemie in Radevormwald : Booster-Marathon an der Sekundarschule

Das Kollegium wurde am Mittwoch am Arbeitsplatz geimpft. Auch einige Angehörige bekamen ihre dritte Impfung. Dafür wurde eigens ein Impfzentrum in einem Klassenraum der Schule eingerichtet. 47 Menschen wurden geimpft.

Das Kollegium der Sekundarschule wurde am Mittwochnachmittag „geboostert“. Einige Lehrer aus dem Team unter der Leitung von Schulleiterin Sandra Pahl hatten ihre dritte Corona-Schutzimpfung bereits in den vergangenen Wochen bei ihrem Hausarzt bekommen, aber ein Großteil nahm das Impfangebot am Arbeitsplatz wahr. Um die verbleibende Kapazität voll auszuschöpfen, wurden am Mittwoch auch Angehörige des Kollegiums mit der dritten Impfung versorgt.

Die Idee, einen Nachmittag in der Schule für einen Booster-Marathon zu nutzen, kam Sandra Pahl vor einigen Wochen. „Ich habe Kontakt zu der Arztpraxis aufgenommen, die uns am Anfang der Pandemie auch mit den Testungen geholfen hat. Nach einigen Gesprächen ist die Idee mit dem heutigen Konzept umgesetzt worden. Das Konzept wurde von anderen Sekundarschulen im Umkreis aufgegriffen“, sagt die Schulleiterin.

Die Hausarzt-Praxis und internistische Gemeinschaftspraxis „Kaiserstraße Dr. Druck und Dr. Fleck“ richtete am Mittwoch ein Impfzentrum in einem der Klassenräume der weiterführenden Schule ein, um insgesamt 47 Menschen zu impfen. Geimpft wurde mit dem Impfstoff von Moderna, nur die unter 30-Jährigen bekamen den Impfstoff von Biontech.

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Sandra Pahl ist froh, dass ihr Kollegium vollständig geimpft ist und auch die Impfbereitschaft bei den Schülern steigt. In den Jahrgängen sieben bis zehn waren bereits Anfang November 85 Schüler geimpft. Die Zahl ist mittlerweile um mindestens zehn weitere Schüler gestiegen.

„Ich habe spontan einen Impftermin bekommen und finde es richtig, weil ich damit nicht nur mich, sondern auch andere Menschen schütze“, sagt Isabelle aus der zehnten Klasse. Die vollständig geimpften Lehrer und Schüler sind nicht dazu verpflichtet, an den Schnelltests teilzunehmen, die drei Mal in der Woche in der Schule stattfinden. Die meisten nehmen das Angebot aber trotz Impfung wahr. „Zwei Kollegen sind trotz doppelter Impfung erkrankt, und das wurde über die Schnelltests entdeckt. Sich zu testen ist wichtig, aber sich impfen zu lassen ist noch wichtiger. Wir haben als Lehrer eine Verantwortung für die Menschen, mit denen wir jeden Tag zusammenarbeiten“, sagt Sandra Pahl. Sie ist deswegen auch das Risiko eingegangen, dass die Lehrer aus ihrem Team möglicherweise zeitgleich ausfallen, weil sie aufgrund der Impfreaktionen nicht arbeiten können. „Das Risiko ist klein. Die meisten Lehrer hatten nach ihrer ersten und zweiten Impfung keine Beschwerden“, sagt die Schulleiterin. Auch sie gehörte zu den Menschen, die am Mittwoch von Dr. Georg Druck geimpft wurden. Unterstützt wurde das mobile Impfteam von zwei Helferinnen aus seiner Praxis. Lehrerin Anja Kliesch findet das Impfangebot an ihrem Arbeitsplatz lobenswert. „Praktischer geht es doch gar nicht. Der organisatorische Aufwand war groß, aber es hat sich gelohnt“, sagt sie.

Der Unterricht am Mittwochnachmittag ist aufgrund des Impfangebots an der Sekundarschule ausgefallen. Die Lehrer werden diese Stunden aber nachholen. In der Impfkampagne voranzukommen, hatte am Mittwoch Vorrang. „Wir müssen die vierte Welle brechen, aber die Schulen noch einmal zu schließen wäre fatal. Die Kinder und Jugendlichen haben Nachholbedarf, besonders im sozialen Bereich“, sagt Sandra Pahl.

Sie sieht lediglich den Unterricht im Nachmittagsbereich kritisch. „Wenn Schüler in der Pause sind und sich bewegen, können wir Maskenpflicht und Abstand kaum kontrollieren. In diesem Bereich kann es zu Infektionen kommen, den normalen Unterricht halte ich nicht für ausschlaggebend für das Infektionsgeschehen“, sagt die Schulleiterin. Mit dem Booster-Marathon ist jetzt das gesamte Kollegium der Sekundarschule bestmöglich geschützt und für die anstrengenden Wochen bis Weihnachten gewappnet.