Radevormwald: Bewegung ist die "Geheimwaffe" für Herz und Hirn

Radevormwald: Bewegung ist die "Geheimwaffe" für Herz und Hirn

Das Café des Wülfingmuseums war am Mittwochabend gut besucht. Themen waren die Herzschwäche und eine dadurch mögliche Hirnleistungsminderung. Dr. Wolfgang Lohmann hatte die Themen zu den Herzwochen der Deutschen Herzstiftung aufgegriffen. "Das Thema Herzschwäche ist gut von der Herzstiftung vorbereitet, doch ich habe dazu den Bogen auch zu Alzheimer und einer Demenzerkrankung gespannt", erklärte der Sportmediziner.

"Die Erkrankungen haben die gleichen Risikofaktoren. Dazu wurden gerade neue medizinische Erkenntnisse veröffentlicht", erklärte Lohmann. Diese neuen Erkenntnisse könnten Hoffnung verbreiten, auf lange Sicht die Hirnleistungsminderung nicht ansteigen zu lassen. Hier machte der Mediziner deutlich, dass "Geheimwaffe" eine regelmäßige sportliche Tätigkeit sei. So könne das Herz trainiert und gleichzeitig auch das Hirn eine Beschäftigung erhalten und lange fit bleiben.

Mit erkennbarer Aufmerksamkeit verfolgten die Besucher, zum größten Teil aus den mittleren bis älteren Jahrgängen, den Erläuterungen. Lohmann stellte das Krankheitsbild eines betroffenen Patienten vor, der an Herzinsuffizienz erkrankt ist. Davon betroffen seien in Deutschland etwa zwei bis drei Millionen Menschen. "In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche schleichend aus koronaren Herzkrankheiten und Bluthochdruck, aber auch aus Herzmuskelentzündungen oder Herzklappenerkrankungen", sagte er.

Die Beschwerden eines schwachen Herzens seien Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Rhythmusstörung oder Luftnot. Lohmann stellte die Schweregrade der Herzschwäche vor, die von geringer körperlichen Einschränkung über Luftnot beim Treppensteigen bis hin zur Bettlägerigkeit führen können.

Weiter informierte er über Behandlungsmöglichkeiten und neuste Medikamente. Als eine Therapie nannte der Sportmediziner erneut die Bewegung. "Wurde der Patient früher geschont, so ist heute die Bewegung effektiv", sagte er und empfahl, mindestens an drei Tagen in der Woche ein 30-minütiges Bewegungsprogramm wie Joggen oder Walken. "Der Sport macht auch etwas mit unserem Gehirn. Es braucht immerzu Neues, es muss gefördert werden. So kann unser Hirnbereich ,Seepferdchen´ nach neuesten Erkenntnissen sogar neue Zellen hervorrufen, auch im Alter", betonte er.

Anhand von Statistiken und Aufzeichnungen machte er deutlich, wie sich Bewegung effektiv auf den dritten Lebensabschnitt auswirken kann. "Sport im dritten Lebensabschnitt sorgt dafür, dass der vierte Abschnitt kein Dahinsiechen wird", sagte Lohmann. Dazu empfahl der Mediziner auch eine gesunde Ernährung und anregende Freizeitaktivitäten.

(sig)