Bewegende Kirchenmusik von drei Musikern in Radevormwald

Radevormwald: Bewegende Kirchenmusik von drei Musikern

Ein Trio führte einmal durch die Musikgeschichte und überraschte mit Besonderheiten.

Birte Klünder, Roland Nobs und Joachim Dorfmüller waren die drei Musiker, die am Sonntagnachmittag zu einem besonderen Konzert der Kirchenmusik in die reformierte Kirche am Marktplatz eingeladen haben. Zu dritt lockten sie viele Besucher in die Kirche und auch Pfarrer Dieter Jeschke war dankbar für das Konzert an einem verregneten Sonntag. „Für uns gibt es keinen besonderen Anlass, kein Jubiläum für dieses Konzert. Es geht um die Liebe zur Kirchenmusik und ich finde es toll, wie zahlreich die Radevormwalder dieser Einladung gefolgt sind“, sagte er vor Konzertbeginn.

Für Joachim Dorfmüller war das Konzert eine Möglichkeit, um alte Freunde und Musikgenossen wieder zu treffen. „Ich habe schon einige ehemalige Sänger des Radevormwalder Männerchores getroffen, mit denen ich vor 44 Jahren in Russland war. Tolle Erinnerungen, die heute wieder lebendig werden.“ Der Wuppertaler ist seit 1959 Organist der Lutherkirche Wuppertal, war Professor und Studiendirektor in Münster, hat über 4000 Konzerte auf der ganzen Welt gespielt, sieben Bücher geschrieben, an 65 LP- und CD-Produktionen mitgearbeitet und erhielt 2004 das Bundesverdienstkreuz. Für das Publikum der reformierten Kirche setzte er sich am Sonntag an die historische Orgel. Seine Tochter Birte Klünder spielt Querflöte, der Musiker Roland Nobs die Klarinette.

Zu dritt präsentierten sie ein umfangreiches Programm, das durch die Musikgeschichte führte und mit einigen Besonderheiten überraschte.

Mit einem Duo für Flöte und Klarinette des Komponisten Heitor Villa-Lobos startete der musikalische Nachmittag und ging mit Carl Philipp Emanuel Bach weiter. „Das ist für Kirchenmusiker natürlich ein Muss. Das heutige Stück ist als ein Bruchstück liegen geblieben und wurde im Sinne von Bach fertig gestellt“, sagte Dorfmüller. Mit Mozart erreichte der Nachmittag die Wiener Klassik, mit Franz Schubert ein großes Stück für Orgel und Flöte.

Die innige Beziehung von Joachim Dorfmüller zu dem Land Norwegen zeichnete sich gegen Ende des Konzertes ab. „Ich war über 40-mal in Norwegen und habe einige Stücke von Edvard Grieg für die Orgel umgeschrieben“, sagte der Musiker. Die vier lyrischen Klavierstücke erklangen voll und satt auf der Orgel und beeindruckten die Zuhörer.

Das größte Werk des Abends hoben sich die Musiker für das Ende des Konzerts auf. Die Sinfonie für Flöte, Klarinette und Orgel von Franz Danzi war das Finale des beeindruckenden Musiknachmittages. „Es ist eine Reise durch die Musikgeschichte, durch Stimmungen und Techniken. Mir ist es ein Vergnügen dieses Konzert zusammen mit meiner Tochter und einem guten Familienfreund zu spielen“, sagte Joachim Dorfmüller.

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