Radevormwald: Betrunken am Steuer unterwegs - und dann den Freund beschuldigt

Radevormwald : Betrunken am Steuer unterwegs - und dann den Freund beschuldigt

Ein 23-jähriger Radevormwalder war alkoholisiert mit dem Auto in einer Leitplanke gelandet. Er behauptete jedoch, nur Beifahrer gewesen zu sein.

In einer Nacht im vorigen Dezember hatte ein 23 Jahre alter Radevormwalder lange mit Freunden in einer Kneipe in der Innenstadt getrunken und gefeiert. Erst gegen 4 Uhr kehrte er zu seinem zuvor an der Mühlenstraße geparkten Auto zurück, das er unbedingt noch den kurzen Weg nach Hause fahren wollte.

Statt in der heimischen Garage landete er mit dem Wagen jedoch nach nur wenigen Metern Fahrt auf eisglatter Straße in der Leitplanke. Er rief den ADAC zur Hilfe - stattdessen kam die von zufällig vorbei gefahrenen Zeugen gerufene Polizei. Die stellte fest, dass der junge Mann betrunken war. Doch der behauptete, nur als Beifahrer im eigenen Wagen gesessen zu haben, gefahren sei ein Freund, der sich inzwischen aber schon zu Fuß auf den Heimweg gemacht habe.

Die nächtliche Unfallfahrt hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Amtsgericht in Wipperfürth. Dort musste sich der Radevormwalder wegen der Trunkenheitsfahrt verantworten.

Außerdem legte ihm die Anklage eine falsche Verdächtigung zur Last, denn schon kurz nach der Fahrt in die Leitplanke hatte festgestanden: Der 23-Jährige war entgegen seinen ersten Behauptungen selbst gefahren. Den von ihm beschuldigten Freund hatte die Polizei nur Minuten später aus dem Bett geklingelt. Er hatte tief und fest geschlafen, als der angeblich von ihm verursachte Unfall geschehen war.

Der 23-Jährige hatte dann auch schnell zugegeben, doch selbst am Steuer gesessen zu haben. Eine daraufhin angeordnete Blutprobe ergab bei ihm einen Wert von gut einem Promille und damit die absolute Fahruntauglichkeit. "Das war wirklich eine blöde Idee von mir, ins Auto zu steigen und dann noch meinen Kumpel zu beschuldigen", räumte der Angeklagte nun kleinlaut im Strafprozess gegen ihn ein. "Es war nicht nur blöd, sondern auch strafbar", hielt ihm der Richter vor. Und ergänzte: "Die Polizei hat auch hier in unseren vergleichsweise friedlichen Kleinstädten wirklich Wichtigeres zu tun, als falschen Fährten nachzugehen, weil Leute einfach nicht zu dem stehen, was sie gemacht haben."

Er verurteilte den nicht vorbestraften Arbeiter zu einer Geldstrafe in Höhe von 1350 Euro (45 Tagessätze zu 30 Euro). Außerdem wird der Radevormwalder noch weitere fünf Monate auf den Führerschein, der ihm schon in der Unfallnacht im Dezember abgenommen worden war, verzichten müssen.

Der 23-Jährige nahm das Urteil an: "Ich sehe meine Schuld ein, die Strafe ist gerecht." Es ist damit rechtskräftig.

(RP)