Radevormwald: Bestes Jahresergebnis für Wupperverband

Radevormwald : Bestes Jahresergebnis für Wupperverband

In Wuppertal tagte die Verbandsversammlung. Sie besteht aus 101 Delegierten aus Städten, Gemeinden, Kreisen sowie den Unternehmen der Wasserversorgung und Entsorgung sowie weiterer Firmen. Mitgliedsbeiträge bleiben konstant.

Für das Jahr 2016 zieht der Wupperverband ein positives Fazit. "Insbesondere wirtschaftlich war es für den Wupperverband ein sehr gutes Jahr", sagten die Verbandsratsvorsitzende Claudia Fischer und Vorstand Georg Wulf bei der Verbandsversammlung in Wuppertal. Mit dem Jahresabschluss 2015 legte der Verband seinen Mitgliedern das bisher beste Jahresergebnis in der Verbandsgeschichte vor, teilt Pressesprecherin Susanne Fischer mit. In Radevormwald betreibt der Wupperverband etwa die Bever- und Wupper-Talsperre sowie die Kläranlage in Grunewald (Dahlerau).

Im größten Geschäftsbereich Kläranlagen / Sammler und Entsorgung wurde ein operatives Ergebnis von 4,8 Millionen Euro erzielt. Diesen Betrag erstattet der Wupperverband seinen Mitgliedern zurück. Auch für das Geschäftsjahr 2016 rechnet er mit einem positiven operativen Ergebnis. 2017 bleibt der Beitragsbedarf der großen Geschäftsbereiche weiter auf dem Niveau der Vorjahre. Im Geschäftsbereich Kläranlagen / Sammler und Entsorgung sind dies seit 2012 exakt 65,3 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich Talsperren und Stauanlagen liegt der Beitragsbedarf seit 2005 bei zehn Millionen Euro. Nach einem Beschluss aus 2008 steigt der Beitragsbedarf zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Geschäftsbereich Gewässerunterhaltung jährlich um drei Prozent und liegt für 2017 bei 3,2 Millionen Euro, schreibt Susanne Fischer.

Ein besonderes Ereignis für den Wupperverband war die Übernahme der Trinkwassertalsperren Kerspe- und Herbringhauser Talsperre (bei Lüttringhausen) von der WSW Energie & Wasser AG zum Jahreswechsel 2015/2016. Zusammen mit der Großen Dhünn-Talsperre, der zweitgrößten Trinkwassertalsperre Deutschlands, verfügen diese Talsperren über ein Stauvolumen von 99 Millionen Kubikmetern. "Somit konnte der Wupperverband seine Rolle als kompetenter Talsperrenbetreiber im Wuppergebiet weiter festigen und kann seine Talsperrenbewirtschaftung künftig noch stärker ganzheitlich ausrichten", berichtet Susanne Fischer.

Beim Betrieb seiner elf Kläranlagen, der 14 Talsperren sowie der Sammler und Becken setze der Wupperverband kontinuierlich Projekte um, damit die Anlagen auf dem Stand der Technik sind und - insbesondere bei den Kläranlagen - die Energieeffizienz optimiert wird.

In der größten Kläranlage des Verbandes in Wuppertal-Buchenhofen wurde in alle sechs Belebungsbecken ein energieeffizienteres Lufteintragssystem eingebaut. Die Kläranlage Marienheide wird noch bis 2018 umfassend modernisiert. Im Zuge einer Verfahrensumstellung wird der Verband in dieser Kläranlage künftig auch Strom und Wärme aus Klärgas erzeugen.

Nach Abschluss der Sanierung wurde die Staumauer der Lenneper Panzer-Talsperre im Juni eingeweiht. Zum Jahresende wird auch die Sanierung der Staumauer-Luftseite der Herbringhauser Talsperre weitgehend abgeschlossen.

Bei der Gewässerentwicklung erzielte der Wupperverband durch Projekte an zwei Wehren im Stadtgebiet Wuppertal eine deutliche Verbesserung in Sachen Durchgängigkeit der Wupper. "Diese Wehre sind nun für Wanderfische und Kleinlebewesen passierbar", berichtet Susanne Fischer. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für die Rückkehr empfindlicher Fischarten wie Lachse und Meerforellen.

Das Wasserwirtschaftsjahr 2016 - 1. November 2015 bis 31. Oktober 2016 - war im Wuppergebiet mit 1396 Litern pro Quadratmeter etwas nasser als im langjährigen Durchschnitt. Der liegt an der Messstelle Bever-Talsperre bei 1326 Liter. Prägnant waren die deutlich zu nassen Wintermonate November 2015, Januar und Februar 2016. "Diese brachten insbesondere der Großen Dhünn-Talsperren einen guten Zuwachs des Wasservorrats", teilt die Sprecherin mit. Der Juni war mit einer Regenmenge von mehr als 200 Litern extrem nass für einen Sommermonat. Zum Teil deutlich trockener als im Durchschnitt waren die Monate März bis Mai sowie Juli bis Oktober.

Der September 2016 war an der Bever-Talsperre sogar der zweittrockenste September seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900.

(RP)
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