1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwald: Beruflicher Neuanfang bei JAM

Radevormwald : Beruflicher Neuanfang bei JAM

Damiano di Paolo und Aljwadi Zaid haben beide ihrem Heimatland den Rücken gekehrt. Aus unterschiedlichen Gründen, aber mit der gleichen Hoffnung: Noch einmal neu anfangen, einen Beruf erlernen und in einem sicheren und wirtschaftlich starken Land leben.

Aljwadi Zaid ist vor 18 Monaten aus dem Irak geflüchtet und nach einem kurzen Aufenthalt in München nach Radevormwald gekommen. Hier hat er relativ schnell Anschluss gefunden, hat mehrere Deutschkurse und ein Praktikum bei der Rader Firma JAM Automation absolviert. Danach konnte er dort weiter arbeiten und beginnt jetzt seine Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik. Der 29-Jährige ist dankbar für diese Chance. "Ich bin aus meiner Heimat geflohen und habe gehofft, schnell Arbeit zu finden. Ich hatte Glück, und es hat funktioniert. Hier fühle ich mich sicher", sagt er. In seiner Heimat hat er bereits in der Industrie gearbeitet. Hier in Deutschland wurden seine Zeugnisse und sein Lebenslauf übersetzt.

Auf Ausbildungsleiter Christoph Berlik ist in den vergangenen Monaten viel Papierkram zugekommen. "Wir haben eng mit der Industrie- und Handelskammer zusammengearbeitet. Wir mussten viele Formulare ausfüllen und unseren Betrieb prüfen lassen. Das war langwierig, hat aber gut funktioniert", sagt er.

Christoph Berlik betreut auch die Ausbildung von Damiano di Paolo. Der Italiener ist vor zwei Jahren mit seiner Frau nach Deutschland gekommen. "In Italien ist die gesellschaftliche Situation schwierig. Meine Frau hat in der Nähe von Rade Arbeit gefunden, und dann bin ich auch hierhin gezogen." Bei JAM macht er seit zwei Wochen eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. An seinem neuen Arbeitsplatz fühlt er sich wohl. "Wir wurden sehr freundlich aufgenommen. Auch mit der Sprache komme ich mittlerweile zurecht", sagt er.

Für Jürgen Uthoff, der das Unternehmen zusammen mit Michael Voß leitet, ist es selbstverständlich, neue Mitbürger zu unterstützen. "Als vor zwei Jahren viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, habe ich mir vorgenommen zu helfen. Die Erfahrungen waren nur positiv. Ich sehe der Zusammenarbeit mit unseren neuen Azubis gespannt entgegen", sagt Uthoff. In seiner Firma wird immer nach Bedarf ausgebildet. Die Chancen, dass Damiano di Paolo und Aljwadi Zaid nach ihrer Ausbildung übernommen werden, stehen gut. Uthoff: "In ihren Bereichen gehen andere Kollegen in einigen Jahren in den Ruhestand. Wir können also Nachwuchs gebrauchen."

In den nächsten Jahren werden Damiano di Paolo und Aljwadi Zaid zwischen dem Betrieb in Rade und der Berufsschule in Remscheid pendeln. Dass ihr Einkommen und die Weiterbildung für die nächsten Jahre gesichert ist, macht beide glücklich. "Ich bin dankbar und kann nicht darauf warten, zu lernen und dann weiter zu arbeiten", sagt Zaid.

Christoph Berlik wird ihm und Damiano di Paolo zur Seite stehen und sie bei ihrem neuen Leben in Deutschland unterstützen. "Normalerweise haben wir immer nur einen Auszubildenden hier, aber dieses Jahr haben eben beide überzeugt", sagt Berlik.

(trei)