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Bergischer Geschichtsverein Radevormwald musste 2020 viel absagen

Historie von Radevormwald : Geschichtsverein hofft auf 2021

Die örtliche Abteilung des BGV hatte in schwieriges Jahr. Vorträge und Exkursionen mussten wegen der Pandemie verschoben werden. Nur wenige Termine waren möglich – aber es wurde dennoch publiziert.

Die Stadt Radevormwald hat in Laufe ihrer mehr als 700-jährigen Geschichte so manche Krise überstanden, die schlimmer war als die Corona-Pandemie. Für die Mitglieder des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) ist das freilich nur teilweise ein Trost. Die Radevormwalder Abteilung musste nahezu ihr komplettes Jahresprogramm absagen. Nun hoffen der Vorsitzende Hans Golombek und seine mehr als 80 Mitstreiterinnen und Mitstreiter, dass im Jahr 2021 die Aktivitäten der Regionalhistoriker wieder stattfinden können.

„Wir konnten im Februar noch unsere Mitgliederversammlung durchführen, und das war es dann erst einmal“, erinnert sich der Vorsitzende. Im März und April begannen die Fallzahlen der Pandemie zu steigen, die erste Welle zog über das Land. Vorträge und Exkursionen waren damit erst einmal hinfällig. Schließlich ist ein nicht unbeträchtlicher Teil der Vereinsmitglieder bereits im höheren Alter und daher von dem Virus SARS CoV-2 besonders bedroht.

Immerhin kann sich der Geschichtsverein auf treue Mitglieder verlassen, die ihre Beiträge trotz der ausgefallenen Aktivitäten zahlen. „Allerdings sind die Exkursionen auch immer eine gute Gelegenheit, neue Mitglieder zu werben“, berichtet Hans Golombek. Das sei 2020 nicht möglich gewesen.

Immerhin: Einige Vorhaben, die sich die Mitglieder des BGV in Radevormwald vorgenommen hatten, wurden dann doch umgesetzt. So hat Ehrenmitglied Wolfgang Motte, Pastor im Ruhestand, sein neues Buch über drei Ortschaften im Süden der Stadt vorstellen können: Kattenbusch, Kaffekanne und Kirschsiepen. „Und im August, am heißesten Tag des Jahres, haben wir eine Fahrt mit den Draisinen des Wuppertrails unternommen“, berichtet Hans Golombek. Als Freiluftveranstaltung sei diese Tour auch in Corona-Zeiten möglich gewesen.

Verschoben wurde dagegen die ebenfalls für den August geplante Einweihung einer Informationstafel an der Radevormwalder Landwehr, dem ältesten Bauwerk im gesamten Stadtgebiet. Die drei Wälle nahe der Ortschaft Landwehr stammen noch aus dem 14. Jahrhundert. Auf die Initiative von Bernhard Priggel, Förster und zweiten Vorsitzenden des Bergischen Geschichtsvereins in Rade, waren vor sieben Jahren 600 Hainbuchen in einem Abstand von je 50 Zentimetern auf einer Strecke von 75 Metern in das Bauwerk gepflanzt worden – so ist die alte Landwehr mittlerweile wieder eine echte Landmarke. „Die Einweihung der Tafel ist jetzt für den kommenden Mai angedacht“, kündigt Hans Golombek an. Bis dahin, so erwarten er und die anderen Mitglieder, wird sich die Pandemie-Situation hoffentlich etwas entspannt haben. Ein wenig unsicher ist Golombek, was die Mitgliederversammlung Anfang des Jahres angeht – dann könnten noch immer die aktuellen strengeren Regeln gelten. Ansonsten sollen all jene Ausflüge und Vorträge, die 2020 ausfallen mussten, im nächsten Jahr nachgeholt werden.

„Vor Weihnachten wird übrigens noch eine Publikation erscheinen“, kündigt der Vorsitzende an. Wolfgang Motte hat sich mit Orts- und Straßennamen im Radevormwalder Stadtgebiet beschäftigt. Auf diese Weise, so Golombek, erhalten die Mitglieder noch eine Weihnachtsgabe – und können sehen, dass die Pfleger der Regionalgeschichte vor Ort auch weiterhin aktiv sind.