Bekommt Radevormwald einen Friedhof für Haustiere?

Antrag der FDP Radevormwald : Bekommt Rade einen Tierfriedhof?

Die Fraktion der FDP schlägt vor, auf einer Fläche des Rader Kommunalfriedhofs die Bestattung von Haustieren zu ermöglichen. Auf diese Weise müssten Halter ihre geliebten Vierbeiner nicht an die Tierbeseitigung übergeben.

In der Radevormwalder Politik wird seit einiger Zeit über die Anlage eines Begräbniswaldes beraten. Nun möchte die FDP-Fraktion diese Diskussion durch einen anderen Punkt noch erweitern. In einem Antrag für die kommende Sitzung des Bauausschusses schlagen die Liberalen vor, „im Zuge einer Neuordnung des Friedhofskonzepts“ auch einen Tierfriedhof einzurichten – beziehungsweise eine Fläche auf dem Kommunalfriedhof dafür vorzusehen.

„Unsere Vierbeiner sind unsere treuen Lebensbegleiter“, begründet die Fraktionsvorsitzende Annette Pizzato diesen Antrag. Den Besitzern sei es wichtig, ihre Dankbarkeit auch nach dem Tod der Tiere zu zeigen. „Wer schon einmal ein vierbeiniges Familienmitglied verlor, weiß, dass eine Bestattung im eigenen Garten oft nicht möglich ist, eine Überlassung an die offizielle Tierbeseitigung die Trauer aber noch verstärkt.“ Die Gemeinde Radevormwald verfüge über viel mehr freie Friedhofsflächen als noch vor zehn Jahren geglaubt, daher sei es sinnvoll, diese Flächen zu nutzen, ob nun in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit einem Betreiber.

Doch wie reagieren die anderen Fraktionen auf diesen Vorstoß? Dietmar Busch, Fraktionsvorsitzende der CDU, räumt ein, dass es ungenutzte  Flächen auf dem Kommunalfriedhof gibt. „Und wie ich höre, wird der Tierfriedhof in Hückeswagen sehr gut angenommen.“ Eine abschließende Meinung zu dem Antrag habe er noch nicht, gibt Busch zu. Rolf Ebbinghaus von der Fraktion der Alternativen Liste, meint: „Ich persönlich kann mir das grundsätzlich vorstellen, allerdings finde ich den Standort Kommunalfriedhof hochproblematisch.“ Elisabeth Pech-Büttner, Fraktionsvorsitzende der Grünen, vertritt die Auffassung, die Stadt solle erst einmal prüfen, inwiefern so etwas umsetzbar ist. „Ich persönlich finde, Menschen und Tiere sollten man nicht gemeinsam bestatten.“ Dietmar Stark, SPD-Fraktionsvorsitzender, zeigt sich offen für die Idee: „Ich persönlich hätte grundsätzlich nichts dagegen, wenn es sich anbietet.“

Die FDP hat noch einen anderen Antrag zum Thema Haustiere vorbereitet, dies mal für den nächsten Hauptausschuss. Die Liberalen schlagen vor, die Hundesteuersatzung der Kommune um folgenden Passus zu erweitern: „Für Hunde, die nachweislich unmittelbar aus dem Tierheim Radevormwald/Remscheid aufgenommen werden, tritt eine Steuerbefreiung für die nächsten zwölf Monate in Kraft“. Die FDP-Fraktion wolle mit diesem Antrag die Vermittlung von Hunden, die sich im Tierheim befinden, noch attraktiver machen. „In dem vergangenen Jahr wurden weniger als zehn Hunde nach Radevormwald vermittelt“, erklärt Annette Pizzato. Vielleicht könne man mit der Satzungsänderung gerade die Vermittlung älterer Hundefördern.