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Begegnungshaus in Radevormwald heißt nun endgültig "Hürxthal"

Radevormwald : Begegnungshaus heißt offiziell „Hürxthal“

Der Rat hat entschieden: Das Haus der Begegnung bekommt den Namen, den die Verwaltung und die Ankermieter bereits favorisiert hatten. Bürgermeister Johannes Mans erläuterte, man wolle eine bedeutende Persönlichkeit ehren.

Das neue Haus der Begegnung in Radevormwald wird den Namen „Hürxthal“ tragen. Das hat die Mehrheit des Rats in der Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Damit folgten die Mitglieder des Gremiums dem Vorschlag der Verwaltung.

Das Haus der Begegnung bietet örtlichen Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen Raum für ihre Arbeit. Drei „Ankermieter“ nutzen das Gebäude dauerhaft: der Trägerverein „aktiv55plus“, die Ökumenische Initiative und die Stiftung Mittagstisch.

Der Name „Hürxthal“ war eigentlich schon beschlossene Sache in der Runde der Verwaltung und der drei Ankermieter. Bürgermeister Johannes Mans erklärte in der Ratssitzung, die Verwaltung habe sich entschieden, den neuen Namen doch dem Rat vorzulegen. Und dort gab es prompt einige Stimmen, die an der Bezeichnung zweifelten – zum Beispiel der junge CDU-Ratsherr Dejan Vujinovic. Er bemängelte, dass der Name für viele Bürger wohl etwas rätselhaft klingen würde. Ähnlich sahen es die Fraktionen der Alternativen Liste und er Unabhängigen Wählergemeinschaft. Sie reichten jeweils Anträge mit neuen Namensvorschlägen ein – die AL-Fraktion schlug „Begegnungsstätte Schlossmacherstraße“ vor, die UWG „Schlossmacher 2“.

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Auch bei der Verwaltung gab es offenbar in den vergangenen Tagen noch einen Lerneffekt zur Herkunft des Namens. In der ursprünglichen Vorlage für die Sitzung hieß es, es gehe um eine Unternehmerfamilie, die in Hölterhof tätig gewesen sei. Dort gab es eine Schnapsbrennerei und eine Gaststätte. Da dies jedoch kaum als Grund für die Benennung der neuen Begegnungsstätte herhalten konnte, präzisierte Bürgermeister Johannes Mans, warum die Familie Hürxthal für Rade so wichtig sei. Aus ihr sei nämlich ein wichtiger Pädagoge hervorgegangen (siehe Info-Kasten). Es sei nur recht und billig, an Johann Peter Hürxthal zu erinnern. Sowohl Pfarrer Wolfgang Motte, versiert in Heimatgeschichte, und die neue Archivarin der Stadt, Iris Kausemann, hatten sich dafür eingesetzt.

Nicht alle Ratsmitglieder zeigten sich davon überzeugt. „Ich höre die Geschichte von dem Lehrer zum ersten Mal“, meinte Thomas Lorenz (RUA). „Dieser Name ist im öffentlichen Bewusstsein nicht mehr präsent“, kritisierte Rolf Ebbinghaus (AL). Und Armin Barg, Ratsmitglied der UWG, meinte sogar, die Sache habe ein „Geschmäckle“, weil eine Nachfahrin der Familie im Kreis der Ankermieter „sehr aktiv“ sei. Johannes Mans erklärte, er können diese Kritik nicht nachvollziehen. „Der Name hat eine positive Bedeutung für Radevormwald.“

Tatsächlich schien niemand im  Gremium darauf aus zu sein, eine neue Namensdebatte wie im Fall der Sekundarschule loszutreten. Die Parallelen waren da: Hatte man im Fall der Schule die Schüler um Namensvorschläge gebeten, waren dieses Mal die Bürger aufgefordert worden, Ideen einzureichen. „Wir sollten den Menschen nicht vormachen, dass sie entscheiden können, wenn doch der Rat am Ende das letzte Wort hat“, meinte Thomas Lorenz. Mit einer Mehrheit der Ratsmitglieder wurde der Name „Hürxthal“ am Ende abgesegnet. Thomas Lorenz und Dejan Vujinovic enthielten sich der Stimme. Die Vertreter der UWG, der AL sowie Fritz Ullmann (Linkes Forum) stimmten mit Nein.

SPD-Ratsmitglied Arnold Müller regte schließlich noch an, dass eine Gedenkplakette am Gebäude sinnvoll sei, damit die Bürger den Bezug verstünden.