Balkonsturz: Trägt die Mutter eine Mitschuld?

Mutter wurde noch nicht vernommen : Verletzung der Aufsichtspflicht steht im Raum

Zwei Tage nach dem Sturz eines Kindes von einem Balkon in Radevormwald gehen die Ermittlungen der Polizei weiter. Geklärt werden soll unter anderem, ob die Mutter Mitschuld an dem Vorfall trägt. Der vierjährige Junge ist nicht in Lebensgefahr.

Für viel Aufsehen hat der Sturz eines kleinen Jungen über eine Balkonbrüstung in Radevormwald gesorgt. Der Unfall hatte sich in der Nacht zu Mittwoch an einem Mehrfamilienhaus in der Ritter-von-Halt-Straße ereignet, das Kind war aus einer Höhe von 8,50 Metern in die Tiefe gestürzt. Es wurde ins Krankenhaus gebracht.

Wie Monika Treutler, Sprecherin der Oberbergischen Kreispolizei, gestern mitteilte, ist der Zustand des vierjährigen Jungen noch unverändert: „Das Kind ist auf jeden Fall nicht schwerstverletzt.“ Dass keine Lebensgefahr besteht, hatte bereits die alarmierte Notärztin festgestellt.

Die Ermittlungen über die Hintergründe des Unglücks liefen, sagt Treutler, allerdings sei die Mutter noch nicht vernommen worden. Nach dem bisherigen Stand ist dies passiert: Die Frau hatte gegen 22 Uhr kurze Zeit die Wohnung im dritten Stock verlassen, weil sie ihr Auto umparken wollte. Das Kind wurde während dieser Zeit wach, lief auf den Balkon und verlor beim Klettern an der Brüstung das Gleichgewicht.

In den sozialen Netzwerken ist der Fall bereits ausführlich diskutiert worden. Während manche der Mutter Vorwürfe machen, lehnen andere voreilige und pauschale Schuldzuweisungen ab.

„Der Verdacht der Verletzung der Aufsichtspflicht steht zwar im Raum“, sagt die Polizeisprecherin. Aber bislang habe sich nichts konkretisiert, dazu seien die Ermittlungen noch nicht weit genug gediehen.

(s-g)