Autofreier Sonntag ist eine Überlegung wert

Radevormwald: Autofreier Sonntag ist eine Überlegung wert

Der Sprit wird knapp, weil der Sommer zu trocken war. Zwei Brände innerhalb von 24 Stunden sorgen für Aufregung. Ansonsten war die Woche relativ ruhig in Radevormwald.

Der Lionsclub steht am Sonntag auf dem Martinsmarkt. Keine besonders Sache, könnte man meinen. Denn Adventskalender, die Lions dort verkauft, gibt es in Hülle und Fülle. Doch das ist falsch gedacht. Denn den Erlös steckt sich der Klub nicht in die eigene Tasche, sondern unterstützt damit vielfältige Einrichtungen. Und das bereits seit neun Jahren. Eines dieser Projekte ist die „Klasse 2000“ – ein Gesundheitsförderungsprogramm, das seines Gleichen sucht. Zwei Grundschulen in Radevormwald sind schon in den Genuss der Teilnahme gekommen. Schon allein deshalb lohnt es sich, einen dieser 3000 gedruckten Kalender morgen zu kaufen. Statt zwei Glühwein also einen Kalender. Es gewinnen auf jeden Fall die Kinder, aber vielleicht auch der Käufer. Denn hinter jedem Kästchen gibt es einen Preis zu gewinnen. Also ran!

Udo Teifel Foto: Moll/Moll, Jürgen (jumo)

Was so ein heißer Sommer nicht alles ausmacht! Toll war es in den Ferien, die deutschen Urlaubsorte an der Nord- und Ostsee waren voll. Und die Freibäder oder Talsperren ebenfalls gut besucht. Die Kehrseite bekommen wir langsam zu spüren. Die Trockenheit hat viele Bäume zerstört, und der Rhein, wohl eine der wichtigsten Verkehrsadern in Deutschland, führt immer weniger Wasser. Die Folge: Immer weniger Schiffe fahren. Dass die nicht nur Passagiere, sondern vor allem auch Güter transportieren, die im Alltag wichtig sind, spüren wir jetzt. Der Sprit wird knapp. Noch nicht überall. Aber immer mal wieder. Da kommen Erinnerungen hoch. An die 1970er-Jahre, als es autofreie Sonntage gab. Die Radtour über die Autobahn gehörte damals dazu, obwohl es verboten war. Autofreie Städte für einen Tag oder autofreie Sonntage generell – warum eigentlich nicht? Wenn’s so weitergeht, könnte das passieren. Unserer Gesundheit täte das sicher gut.

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Zeugen der einstigen Hochkultur der Textilindustrie stehen heute noch an der Wupper. Teils Denkmäler, teils Industriebrache. Dort Gewerbe anzusiedeln oder diese Gebäudekomplexe in Wohnungen umzuwandeln, ist aufwendig und vor allem kostenintensiv. Dass junge Leute nun Hardt & Pocorny ins Visier nehmen, gibt Hoffnung. Wohnträume sollen dort entstehen. Das könnte die Wupperorte voranbringen. Den Geschwistern Désirée und Robin Wübbolt kann man nur die Daumen drücken, dass sie ihre Pläne umsetzen können und sie nicht an der Bürokratie scheitern.

Zwei Brände in 24 Stunden – das hat es in den letzten Jahren doch selten gegeben. Wir erinnern uns noch alle an den Großbrand im Industriegebiet – jetzt aber betraf es zwei Wohnkomplexe. Menschen kamen nicht zu schaden; und die Feuerwehrleute sicherten, so gut es ging, die Gebäude. An dieser Stelle ein ausdrücklicher Dank an diese Männer und Frauen. Denn sie sind ehrenamtlich tätig. Setzen letztlich auch ihr Leben für die Gemeinschaft aufs Spiel. Daran sollte immer gedacht werden, wenn man über die Freiwillige Feuerwehr spricht.

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